{"id":11112,"date":"2025-02-04T10:04:25","date_gmt":"2025-02-04T09:04:25","guid":{"rendered":"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/?p=11112"},"modified":"2025-02-11T14:55:22","modified_gmt":"2025-02-11T13:55:22","slug":"kleine-gegenstaende-mit-grossen-geschichten-die-faszinierende-welt-der-muenzsammlung-der-ruhr-universitaet-bochum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/index.php\/kleine-gegenstaende-mit-grossen-geschichten-die-faszinierende-welt-der-muenzsammlung-der-ruhr-universitaet-bochum\/","title":{"rendered":"Kleine Gegenst\u00e4nde mit gro\u00dfen Geschichten \u2013 die faszinierende Welt der M\u00fcnzsammlung der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group has-medium-font-size\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Autorin: Emily Nothbaum | Titelbild: Emily Nothbaum<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ein kleiner vergrabener Schatz liegt die antike Kunstsammlung der Ruhr-Universit\u00e4t unter der Bibliothek, mitten im Herzen des Campus und ist doch f\u00fcr vorbeilaufende Menschen oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Dabei versteckt sich hinter der unauff\u00e4lligen T\u00fcr gegen\u00fcber vom Audimax ein stiller Ort, fernab vom Trubel des Universit\u00e4tsalltags, der eine Vielzahl antiker Kunst- und Alltagsgegenst\u00e4nde beherbergt &#8211; unter ihnen auch die M\u00fcnzsammlung der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum (RUB).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die M\u00fcnze als \u201eMini-Kunstobjekt\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen eindrucksvollen B\u00fcsten, antiken Waffen und wundersch\u00f6ner Keramik findet man im Keller des Museums vier Vitrinen. In ihnen: Eine Auswahl aus der M\u00fcnzsammlung der RUB, die einen Bestand von rund 3.400 M\u00fcnzen umfasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu den auff\u00e4lligen, bunt bemalten Keramikst\u00fccken, die sich in den Vitrinen neben den M\u00fcnzen pr\u00e4sentieren, offenbart sich die Faszination der kleinen M\u00fcnzen erst dann, wenn man sich \u00fcber die Vitrine beugt und durch die platzierte Lupe auf die St\u00fccke blickt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-medium-font-size is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p>Wie in einem eigenst\u00e4ndigen, isolierten Museum werden kleine, detaillierte Szenen und Portr\u00e4ts sichtbar, die ganz unterschiedliche Geschichten erz\u00e4hlen und die Menschen seit geraumer Zeit in ihren Bann ziehen, so der Althistoriker Dr. Karl-Ludwig Elvers, der f\u00fcr die Pflege der Sammlung verantwortlich ist: \u201eSeit dem Aufkommen der b\u00fcrgerlichen Sammlungen im sp\u00e4ten 18. und besonders auch im 19. Jahrhundert spielt die antike M\u00fcnze als Kunstobjekt und als Objekt der Anschauung eine ganz wesentliche Rolle, die gar nicht so sehr was mit ihrem historischen Kontext zu tun haben muss, sondern auch einfach damit, dass die M\u00fcnze als Mini-Kunstobjekt eine immens gro\u00dfe Wirkung entfaltet hat. Und die hat eigentlich bis heute angehalten\u201c.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full ticss-4120bf14\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"845\" height=\"596\" src=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11113\" srcset=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto2.jpg 845w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto2-300x212.jpg 300w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto2-768x542.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 845px) 100vw, 845px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Mit einer Lupe lassen sich die M\u00fcnzen detailliert betrachten. Foto: Emily Nothbaum<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><strong>Die Anf\u00e4nge der M\u00fcnzsammlung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00fcnzsammlung der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum ist fast ebenso alt wie die Universit\u00e4t selbst. Schon 1966 stie\u00dfen Bauarbeiter zwischen dem heutigen Geb\u00e4uden GB und GC auf den sogenannten Querenburger Schatz, der 123 sp\u00e4tmittelalterliche M\u00fcnzen enthielt. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full ticss-22335834\"><img decoding=\"async\" width=\"791\" height=\"593\" src=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11120\" srcset=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto3.jpg 791w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto3-300x225.jpg 300w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto3-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 791px) 100vw, 791px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Querenburger Schatz wurde 1966 zwischen GB und dem ehemaligem GC gefunden. Foto: Emily Nothbaum<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p>Zudem kaufte die Universit\u00e4t 1966 die umfangreiche Sammlung antiker M\u00fcnzen des Fuldaer Studienrates Dr. Karl Josef Welz, der seit 1924 leidenschaftlich antike M\u00fcnzen sammelte, auf. Sie umfasst vor allem antike griechische, aber auch r\u00f6mische M\u00fcnzen und hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Ruhr-Universit\u00e4t heute \u00fcber eine sowohl zeitlich als auch geographisch au\u00dfergew\u00f6hnlich breit gef\u00e4cherte Sammlung verf\u00fcgt, die st\u00e4ndig um weitere St\u00fccke erg\u00e4nzt wird. So besitzt die Universit\u00e4t M\u00fcnzen von den Anf\u00e4ngen der M\u00fcnzpr\u00e4gung bis in die Sp\u00e4tantike und aus dem gesamten Mittelmeerraum. Dr. Karl-Ludwig Elvers zufolge bietet die Sammlung ein &#8222;wirklich sehr sch\u00f6nes Anschauungsmaterial \u00fcber die Vielfalt der griechischen M\u00fcnzpr\u00e4gung \u00fcberhaupt&#8220;. Dies sei f\u00fcr eine Universit\u00e4tssammlung durchaus besonders.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><strong>Von der Arch\u00e4ologie zur Chemie. Die interdisziplin\u00e4re Erforschung von M\u00fcnzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben ihrem k\u00fcnstlerischen Wert sind M\u00fcnzen auch f\u00fcr die Forschung von gro\u00dfem Interesse, denn sie erz\u00e4hlen uns \u00fcber eine Vielzahl von Aspekten vergangener Zeiten. Die Bandbreite m\u00f6glicher Untersuchungen ist dabei gro\u00df. Sie umfasst etwa die Analysen von den abgebildeten Herrscherportr\u00e4ts ebenso wie die Untersuchung von Produktionsbedingungen. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen M\u00fcnzen auf ihre innere Wertigkeit hin analysiert werden, um festzustellen, zu welchen Zeiten es zu Geldentwertungen kam oder wo die verwendeten Materialien gewonnen wurden. \u201eDas k\u00f6nnen Sie nat\u00fcrlich nicht allein durch Anschauung, sondern da kommen dann auch, sehr stark in j\u00fcngster Zeit, naturwissenschaftliche Untersuchungen hinzu, die sich mit dem Metallgehalt besch\u00e4ftigen\u201c, sagt Herr Dr. Elvers. Die Forschung an M\u00fcnzen ist also nicht allein auf Historiker*innen und Arch\u00e4olog*innen beschr\u00e4nkt, sondern auch f\u00fcr diejenigen von Interesse, die sich f\u00fcr die Schnittstellen zwischen Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft begeistern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00fcnzen selbst entdecken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:75%\">\n<p>Von Zeit zu Zeit werden die M\u00fcnzen der Sammlung in der Lehre eingesetzt, spezielle Lehrveranstaltungen sind derzeit jedoch nicht geplant. Wer sich aber die RUB-M\u00fcnzen genauer anschauen m\u00f6chte, kann die <a href=\"https:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/kunstsammlungenantike\/index.html.de\">antiken Kunstsammlungen<\/a> von Montag bis Samstag kostenlos besuchen, oder, wenn man es lieber bequem von zu Hause aus bevorzugt, sich durch die <a href=\"https:\/\/ikmk.ruhr-uni-bochum.de\/home?lang=de\">elektronische M\u00fcnzdatenbank<\/a> der Universit\u00e4t klicken und die Vielfalt der dort digitalisierten M\u00fcnzen bestaunen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wer vor lauter M\u00fcnzen gar nicht wei\u00df, wo er anfangen soll, dem empfiehlt Herr Dr. Elvers, mit der M\u00fcnzpr\u00e4gung des Augustus vor und nach seiner Alleinherrschaft zu beginnen, um das ber\u00fchmte Portr\u00e4t des Augustus kennen zu lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel Spa\u00df beim Entdecken!<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full ticss-b578cf1b\"><img decoding=\"async\" width=\"548\" height=\"606\" src=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11123\" srcset=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto4.jpg 548w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto4-271x300.jpg 271w\" sizes=\"(max-width: 548px) 100vw, 548px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Eingang zum Museum befindet sich auf der R\u00fcckwand der UB. Foto: Emily Nothbaum<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ein kleiner vergrabener Schatz liegt die antike Kunstsammlung der Ruhr-Universit\u00e4t unter der Bibliothek, mitten im Herzen des Campus und ist doch f\u00fcr vorbeilaufende Menschen oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. 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