{"id":11855,"date":"2025-05-27T12:03:11","date_gmt":"2025-05-27T10:03:11","guid":{"rendered":"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/?p=11855"},"modified":"2025-06-02T09:05:26","modified_gmt":"2025-06-02T07:05:26","slug":"inklusion-im-studium-wie-das-p2p-mentoringprogramm-der-rub-veraenderungen-bewirken-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/index.php\/inklusion-im-studium-wie-das-p2p-mentoringprogramm-der-rub-veraenderungen-bewirken-kann\/","title":{"rendered":"Inklusion im Studium: Wie das P2P-Mentoringprogramm der RUB Ver\u00e4nderungen bewirken kann"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group has-medium-font-size\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p><em>Ein Bericht von Alicia Wiedmann | Titelbild: ua_Bob_Dmyt_ua<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Beginn des Studiums ist f\u00fcr viele eine gro\u00dfe Herausforderung. Fragen wie \u201eWelche Kurse w\u00e4hle ich?\u201c, \u201eWo finde ich den richtigen Raum?\u201c und viele weitere, m\u00fcssen gekl\u00e4rt werden, um sich letztendlich vollkommen auf das eigentliche Studium konzentrieren zu k\u00f6nnen. Man stelle sich nun vor, dass auf diesen riesigen Berg aus Fragen noch weitere hinzukommen, wenn Studierende mit einer Beeintr\u00e4chtigung ihren Studienalltag meistern wollen. Wie also schafft man ein motivierendes Lernumfeld, das nicht von \u00dcberforderung und Stress, sondern von Unterst\u00fctzung und Leichtigkeit gepr\u00e4gt ist?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p><strong>Die Basis eines hilfreichen Programms<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Laut des Deutschen Studierendenwerks haben rund 16\u202f% der Studierenden eine studienerschwerende Beeintr\u00e4chtigung. An der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum (RUB) gibt es viele Studierende mit k\u00f6rperlichen und\/oder psychischen Beeintr\u00e4chtigungen. Einige Beeintr\u00e4chtigungen sind sichtbar, andere erkennt man auf den ersten Blick nicht. So unterschiedlich diese Beeintr\u00e4chtigungen auch ausfallen m\u00f6gen, sie haben eines gemeinsam: Es ben\u00f6tigt Unterst\u00fctzung, damit der Studienalltag gemeistert werden kann.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large ticss-a331972b\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2022_07_06_KM_Psychologische_Studienberatung-18-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11857\" srcset=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2022_07_06_KM_Psychologische_Studienberatung-18-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2022_07_06_KM_Psychologische_Studienberatung-18-300x200.jpg 300w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2022_07_06_KM_Psychologische_Studienberatung-18-768x512.jpg 768w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2022_07_06_KM_Psychologische_Studienberatung-18-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2022_07_06_KM_Psychologische_Studienberatung-18-360x240.jpg 360w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2022_07_06_KM_Psychologische_Studienberatung-18.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Saiman Mehra (Bild: RUB, Marquard)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>\u201eDas Thema Inklusion wird zum Gl\u00fcck immer wichtiger\u201c, sagt Saiman Mehra, der durch eine Sehbehinderung zu Beginn seiner Studienzeit selbst vor Herausforderungen stand. Er leitet das P2P-Mentoringprogramm (Peer-to-Peer-Mentoringprogramm) \u2013 ein Programm, bei dem sich Menschen mit Beeintr\u00e4chtigung gegenseitig unterst\u00fctzen. Durch seine eigene Erfahrung kennt er die H\u00fcrden genau und wei\u00df, wie man sie am besten \u00fcberwindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines steht beim P2P-Mentoringprogramm ganz oben: die Unterst\u00fctzung von Studierenden mit einer Beeintr\u00e4chtigung \u2013 f\u00fcr Studierende mit einer Beeintr\u00e4chtigung. Auf diesem Grundstein baut das Programm auf und schafft damit eine stabile Basis f\u00fcr alle, die Unterst\u00fctzung brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gemeinsam f\u00fcr einen gelungenen Studienalltag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Programm richtet sich an Studierende mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen \u2013 etwa Mobilit\u00e4ts-, Seh-, H\u00f6r- oder Sinnesbeeintr\u00e4chtigungen, psychische Erkrankungen, chronische Schmerzen, AD(H)S, Autismus oder Teilleistungsst\u00f6rungen. Viele dieser Einschr\u00e4nkungen sind nicht sichtbar, pr\u00e4gen aber den Studienalltag.<\/p>\n\n\n\n<p>Das P2P-Mentoringprogramm setzt auf den Austausch von Studierenden mit vergleichbarer Beeintr\u00e4chtigung. So bekommen die Betroffenen bestm\u00f6gliche Unterst\u00fctzung. Findet sich kein Mentor oder keine Mentorin mit derselben Beeintr\u00e4chtigung, wird trotzdem eine L\u00f6sung gesucht, versichert Programmleiter Mehra. Kein Mentee muss sich alleingelassen f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass das Studium mit Beeintr\u00e4chtigung zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung braucht, ist nichts, wof\u00fcr man sich sch\u00e4men sollte. Das Programm zeigt: Es ist okay, mit zus\u00e4tzlichen Herausforderungen ins Studium zu starten \u2013 und es gibt Angebote, die genau daf\u00fcr da sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Weg zum\/zur Mentor*in<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized ticss-f71ed415\"><img decoding=\"async\" width=\"240\" height=\"320\" src=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_5301.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11859\" style=\"width:408px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_5301.jpg 240w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_5301-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine Rampe auf dem Campus der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum (Bild: Alicia Wiedmann)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p>Die Suche nach Mentoren und Mentorinnen ist eine Herausforderung. Doch Bedenken k\u00f6nnen genommen werden \u2013 w\u00e4hrend der Schulung und danach sind Mentoren und Mentorinnen nicht allein. Studierende ab dem dritten Semester, die selbst Erfahrungen mit Beeintr\u00e4chtigungen haben, k\u00f6nnen Mentor*in werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweit\u00e4gige Schulung, die einmal im Semester stattfindet, vermittelt eine doppelte Expertise: Am ersten Tag lernen Mentorinnen und Mentoren die Struktur der Universit\u00e4t und wichtige Anlaufstellen kennen \u2013 z. B. f\u00fcr Nachteilsausgleiche, psychologische Unterst\u00fctzung oder bei Diskriminierung. Am zweiten Tag geht es um die pers\u00f6nliche Beeintr\u00e4chtigung und das Erkennen der eigenen Potentiale. Mentoren und Mentorinnen lernen, wie sie ihre Erfahrungen und Lernstrategien anderen Studierenden weitergeben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Schulung erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat. Kommt ein Tandemverh\u00e4ltnis mit einem Mentee zustande, wird ein Tandemvertrag abgeschlossen. Er regelt, wie h\u00e4ufig die Treffen stattfinden und in welcher Form (pers\u00f6nlich oder telefonisch). Die Zusammenarbeit dauert in der Regel ein Semester und kann verl\u00e4ngert werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><strong>Individuelle Begegnungen: So laufen Mentor*innen-Mentee-Treffen ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie sieht so ein Treffen konkret aus? Ganz unterschiedlich. Ein Treffen kann ein einfacher Besuch in der Mensa sein, ein Rundgang \u00fcber den Campus, ein Gespr\u00e4ch zur Orientierung im Studium oder eine Hilfestellung bei organisatorischen H\u00fcrden. Auch Tipps zur Selbstorganisation, zum Umgang mit Dozierenden oder zur Motivation k\u00f6nnen Thema sein. Die Mentoren und Mentorinnen beantworten Fragen, helfen durch ihre Erfahrung weiter und geben Sicherheit. Das Leitthema aller Treffen lautet: Unsicherheiten abbauen \u2013 Motivation st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erfolgreiche R\u00fcckmeldungen und Zukunftsaussichten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Saiman Mehra hat bereits viele positive R\u00fcckmeldungen erhalten. Mentees berichten, wie hilfreich das Programm f\u00fcr sie war, vor allem in schwierigen Phasen oder zu Beginn des Studiums. Das Programm wird als eine Art <strong>Sicherheitsnetz<\/strong> erlebt, das hilft, sich im Studienalltag zurechtzufinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Langfristig ist geplant, das Programm weiterzuentwickeln \u2013 etwa durch Tandems f\u00fcr den \u00dcbergang ins Berufsleben. Die Idee dahinter: Empowerment und Unterst\u00fctzung h\u00f6ren nicht mit dem Studium auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Wirkung des P2P-Mentoringprogramms<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Programm hat vielen Studierenden mit Beeintr\u00e4chtigung wichtige Hilfe geboten. Inklusion wird den Studienalltag begleiten \u2013 daher ist es wichtig, das Thema sichtbar zu machen und Angebote weiter auszubauen. Dank des Programms werden diese Studierenden sichtbarer, vernetzt und gest\u00e4rkt f\u00fcr einen inklusiven Hochschulalltag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werde Mentor*in oder Mentee an der RUB!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr Informationen, Anmeldung und Kontakt:<\/strong><br><a class=\"\" href=\"https:\/\/einrichtungen.ruhr-uni-bochum.de\/de\/peer-peer-mentoringprogramm\">Mehr zum P2P-Mentoringprogramm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontakt<\/strong><br><a>p2p-inklusiv@rub.de<\/a><br>Saiman Mehra (kommissarisch)<br>Team Psychologische Studienberatung<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Studienlage<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Informationen zur Lebenssituation von Studierenden mit Beeintr\u00e4chtigung findest du in dieser Studie:<br><a class=\"\" href=\"https:\/\/www.die-studierendenbefragung.de\/fileadmin\/user_upload\/Downloads\/22_Sozialerhebung.pdf\">Studierendenbefragung \u2013 Sozialerhebung 2022<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wortkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Peer (englisch) bedeutet <em>Gleichgestellte*<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Beginn des Studiums ist f\u00fcr viele eine gro\u00dfe Herausforderung. 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