{"id":12544,"date":"2025-10-20T13:14:02","date_gmt":"2025-10-20T11:14:02","guid":{"rendered":"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/?p=12544"},"modified":"2025-11-04T11:25:29","modified_gmt":"2025-11-04T10:25:29","slug":"vom-truemmerland-zum-campus-60-jahre-ruhr-universitaet-bochum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/index.php\/vom-truemmerland-zum-campus-60-jahre-ruhr-universitaet-bochum\/","title":{"rendered":"Vom Tr\u00fcmmerland zum Campus \u2013 60 Jahre Ruhr-Universit\u00e4t Bochum"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group has-medium-font-size\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p><em>Ein Bericht von Chisom Lorrita Duruaku | Titelbild: Das Audimax \u2013 Herzst\u00fcck und Wahrzeichen der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum, er\u00f6ffnet 1965. (Chisom Lorrita Duruaku)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vor 60 Jahren legte Bochum den Grundstein f\u00fcr ein neues Kapitel in der deutschen Bildungslandschaft: Mit der Gr\u00fcndung der Ruhr-Universit\u00e4t begann ein neues Kapitel in der deutschen Bildungslandschaft. Die erste Universit\u00e4t des Ruhrgebiets symbolisierte den sozialen Wandel und die Bildungsgerechtigkeit, indem sie einer ganzen Generation von Arbeiterkindern erstmals ein Studium erm\u00f6glichte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als 1965 die ersten Studierenden die H\u00f6rs\u00e4le der neu gegr\u00fcndeten Ruhr-Universit\u00e4t Bochum betraten, war dies mehr als nur der Beginn eines neuen Hochschuljahres. Es war ein deutliches Signal f\u00fcr Bildung, Fortschritt und sozialen Wandel, mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Die RUB war die erste Universit\u00e4t, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik neu gegr\u00fcndet wurde, nicht in einer traditionsreichen Residenzstadt, sondern auf einem H\u00fcgel vor der Stadt Bochum, zwischen Zechen, Werkshallen und Reihenhaussiedlungen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Von Kohle zum Campus \u2013 ein Neuanfang<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachkriegszeit in Deutschland war gepr\u00e4gt vom Wiederaufbau und vom wirtschaftlichen Aufschwung. W\u00e4hrend die Wirtschaft boomte, blieb das Bildungssystem lange Zeit elit\u00e4r. Universit\u00e4ten gab es nur wenige, und sie waren vor allem Kindern aus akademischen Haushalten vorbehalten. Der Zugang zu h\u00f6herer Bildung war stark begrenzt, insbesondere f\u00fcr junge Menschen aus Arbeiterfamilien. In den sp\u00e4ten 1950er Jahren wurde der Ruf nach mehr Chancengleichheit lauter. Die Bundesregierung reagierte und beschloss eine gro\u00df angelegte Bildungsoffensive. Ein zentraler Baustein dieser Reform war die Gr\u00fcndung neuer Universit\u00e4ten. Bochum wurde 1961 als Standort ausgew\u00e4hlt, die Grundsteinlegung erfolgte 1962. Nur drei Jahre sp\u00e4ter \u00f6ffnete die RUB ihre T\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Der gr\u00fcne H\u00fcgel wird zum Lernort<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung f\u00fcr Bochum war bewusst politisch. Das Ruhrgebiet, jahrzehntelang Motor der deutschen Industrie, war bislang akademisches Niemandsland. Mit der RUB sollte sich das \u00e4ndern. Nach amerikanischem Vorbild wurde die Universit\u00e4t als moderner Campus mit Bibliothek, Mensa, H\u00f6rs\u00e4len und Instituten an einem Ort geplant. Das zugrunde liegende Konzept sah kurze Wege, effiziente Abl\u00e4ufe und eine offene Atmosph\u00e4re f\u00fcr alle vor, die lernen wollten. Von Beginn an war die soziale Zusammensetzung der Studierenden etwas Besonderes. Denn viele waren die Ersten in ihrer Familie, die ein Studium aufnahmen. Die RUB galt bald als \u201eArbeiterkinder-Universit\u00e4t\u201c. Sie bot jungen Menschen aus dem Ruhrgebiet die Chance auf akademische Bildung, unabh\u00e4ngig von Herkunft und sozialem Status.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Verbunden mit den Wurzeln \u2013 wachsendes Profil der RUB<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Seit ihrer Gr\u00fcndung ist die Ruhr-Universit\u00e4t Bochum gewachsen; heute studieren hier fast 40.000 Menschen aus aller Welt. Von den Anf\u00e4ngen bis heute hat die RUB Kunst und Kultur als zentrales Element der Universit\u00e4tslandschaft gef\u00f6rdert. Bereits zwei Jahre nach der Gr\u00fcndung vermachte der Kunstkritiker Albert Schulze-Vellinghausen seine Sammlung gestisch-abstrakter und konstruktiv-konkreter Kunst und legte damit den Grundstein f\u00fcr ein bleibendes kulturelles Erbe. Die Kunstsammlung der RUB, die seit 1975 die einzige gro\u00dfe Universit\u00e4tssammlung moderner und zeitgen\u00f6ssischer Kunst in Deutschland darstellt, ist ein weiterer Bestandteil. Zu den rund 1.000 Werken z\u00e4hlen renommierte Namen wie Josef Albers, Alberto Giacometti, Gerhard Richter und Joseph Beuys.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:55%\">\n<p>Dar\u00fcber hinaus er\u00f6ffnete 2015 das Museum unter Tage (MUT) im Schlosspark Haus Weitmar, eine Erweiterung der Sammlung \u201eSituation Kunst\u201c, als kultureller Raum unter der Erde. Dort wird Kunst verschiedener Epochen und Medien, von archaischer bis zeitgen\u00f6ssischer Kunst, vielf\u00e4ltig pr\u00e4sentiert. Diese besondere Verbindung von Kunst, Architektur und Hochschule ist Ausdruck des Selbstverst\u00e4ndnisses der RUB: Eine Universit\u00e4t, die auf Aufbruch setzt, aber in ihrer Identit\u00e4t fest verwurzelt bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch 60 Jahre nach ihrer Gr\u00fcndung ist die Ruhr-Universit\u00e4t Bochum ein Ort des Aufbruchs: Kulturell, lebendig, sozial verankert und zukunftsoffen. Unter dem Motto \u201eRUB 60 \u2013 built to change since 1965\u201d feierte die Universit\u00e4t am 18. Juni 2025 mit einem bunten Campusfest. Ein St\u00e4ndemarkt, Currywurst und ein Konzert schufen ein lebendiges Miteinander, das die Erfolgsgeschichte der Hochschule im Herzen Europas unterstrich. Die Jubil\u00e4umsausstellung im Foyer der Universit\u00e4tsverwaltung, die noch bis Jahresende ge\u00f6ffnet ist, vervollst\u00e4ndigt den R\u00fcckblick auf die Entwicklung der Universit\u00e4t und gibt gleichzeitig einen Ausblick auf ihre Zukunft.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:45%\"><div class=\"wp-block-image ticss-1470961c\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/image-1-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12547\" style=\"width:305px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/image-1-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/image-1-225x300.jpeg 225w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/image-1-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/image-1.jpeg 1440w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eingang zur Ruhr-Universit\u00e4t mit RUB-Logo. Rechts im Bild: das Musische Zentrum, ein fester Bestandteil des Campus | Foto: Chisom Lorrita Duruaku<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 60 Jahren legte Bochum den Grundstein f\u00fcr ein neues Kapitel in der deutschen Bildungslandschaft: Mit der Gr\u00fcndung der Ruhr-Universit\u00e4t begann ein neues Kapitel in der deutschen Bildungslandschaft. 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