{"id":8878,"date":"2024-01-15T14:34:31","date_gmt":"2024-01-15T13:34:31","guid":{"rendered":"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/?p=8878"},"modified":"2024-01-17T09:18:09","modified_gmt":"2024-01-17T08:18:09","slug":"zertifikat-collective-violence-holocaust-and-genocide-studies-expertise-der-rub-studierenden-wird-zertifiziert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/index.php\/zertifikat-collective-violence-holocaust-and-genocide-studies-expertise-der-rub-studierenden-wird-zertifiziert\/","title":{"rendered":"Zertifikat: Collective Violence, Holocaust and Genocide Studies &#8211; Expertise der RUB-Studierenden wird zertifiziert"},"content":{"rendered":"\n<p>Interviewf\u00fchrerin: Soad Kilin\u00e7<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Seit dem Wintersemester 2021\/22 bietet das <em>Institut f\u00fcr Diaspora- und Genozidforschung (IDG) <\/em>ein Zertifikat an, bei dem Studierende verschiedener Fachrichtungen sich mit interdisziplin\u00e4ren und f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Forschungsprozessen zum Thema kollektiver Gewalt und gewaltsamer Herrschaftsstrukturen vertraut machen und zur Einnahme kritischer Perspektiven sowie zum Argumentieren und Diskutieren angehalten werden. Die im <em>Optionalbereich<\/em> belegbaren Module bieten Studierenden der RUB ein tiefgreifendes Zertifikatsstudium. Ansprechpartner f\u00fcr Interessierte ist Herr Dr. Medardus Brehl, der am <em>IDG<\/em> t\u00e4tig ist und auch einige der Module betreut. Im Interview beantwortet er Fragen zum Zertifikatsstudium.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Das Zertifikat <em>Collective Violence, Holocaust and Genocide Studies<\/em> vom <em>IDG<\/em> wird als interdisziplin\u00e4res Zertifikatsstudium beworben. Wie genau sieht das f\u00fcr die Studierenden verschiedener Studieng\u00e4nge aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Dr. Brehl<\/em>: Zu Anfang ist das Zertifikat zweigliedrig aufgebaut, es gibt einmal das <em>Basic Zertifikat<\/em>; das umfasst sieben Veranstaltungen im Umfang von zwanzig CP. Das kann man dann nochmal erweitern durch ein weiteres Modul um zehn CP, dann hat man also mit drei\u00dfig CP das <em>Advanced Zertifikat<\/em>. Es gibt sehr viele Studierende an der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum in unterschiedlichen F\u00e4chern, die in irgendeiner Weise in ihrem Studium Schwerpunkte im Bereich der Gewaltforschung oder der Forschung zu Rechtsextremismus, politischer Gewalt und so weiter ausgebildet haben, wo aber dieser Schwerpunkt eigentlich nicht sichtbar wird. Man hat am Ende ein Examen, man hat also einen Bachelor oder einen Master in der Geschichte oder Sozialwissenschaften oder einer anderen Wissenschaft und hat die ganze Zeit Schwerpunkte im Bereich von Gewalt, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder \u00e4hnlichem gesetzt. Gerade das sieht niemand und unsere Idee war es, wenn Studierende in ihrem Studium so einen Schwerpunkt selbst ausbilden, m\u00f6chten wir ihnen die Gelegenheit geben, dies deutlich zu machen, z.B. \u00fcber die Belegung der Module im <em>Optionalbereich<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Es besteht ein gleichnamiger Forschungsverbund in Zusammenarbeit mit der FernUniversit\u00e4t Hagen. Wird dann dort in Zusammenarbeit mit der RUB das Zertifikat auch angeboten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Dr. Brehl<\/em><strong>: <\/strong>Das Zertifikat ist sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal der RUB, der Begriff <em>Collective Violence<\/em>, da haben Sie Recht, kommt in beiden Projekten vor, weil in beiden der Aspekt kollektiver Gewalt eine Rolle spielt, aber diese beiden Dinge haben rein strukturell und institutionell nichts miteinander zu tun. Das Zertifikat ist tats\u00e4chlich eine Sache, die sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig an Studierende der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum wendet, die ihre Regelstudieng\u00e4nge hier in Bochum haben. Wir erkennen aber auch Veranstaltungen anderer Universit\u00e4ten an. Also wenn jemand zum Beispiel zum Master von Passau nach Bochum wechselt, ist es m\u00f6glich, dass wir Veranstaltungen, die thematisch passend in Passau belegt worden sind, f\u00fcr das Zertifikat anrechnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Worin liegt der Unterschied zwischen dem Basic Zertifikat und dem Advanced Zertifikat?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:60%\">\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Dr. Brehl<\/em><strong>: <\/strong>Das hat eigentlich in erster Linie etwas damit zu tun, dass das Basic Zertifikat aus drei Modulen besteht, n\u00e4mlich dem Grundlagenmodul und zwei Vertiefungsmodulen. Mit diesen Modulen, die wir mit insgesamt zwanzig CP kreditieren w\u00fcrden, h\u00e4tte man im Prinzip die Voraussetzung f\u00fcr das Basiszertifikat erreicht. Das Erweiterungsmodul besteht dann aus einer Veranstaltung f\u00fcr Fortgeschrittene und einem Fachgespr\u00e4ch, was mit einer Person aus dem Institut gef\u00fchrt werden sollte. Es sind aber auch andere Personen m\u00f6glich, die dieses Fachgespr\u00e4ch abnehmen k\u00f6nnen, indem man sich \u00fcber die Themenbereiche, an denen man in den Veranstaltungen f\u00fcr das Zertifikatsstudium teilgenommen hat, etwa eine halbe Stunde unterh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Sehen Sie sich dann auch die Modulabschlusspr\u00fcfungen der Studierenden an, wenn sie ein Zertifikat erwerben wollen, oder geht es tats\u00e4chlich nur um das Bestehen der anrechenbaren Veranstaltungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Dr. Brehl:<\/em> Es geht in der Regel darum, dass die Module bestanden worden sind, also Leistungen erbracht worden sind und diese mindestens ausreichend sind. Die Anforderungen sind u.a. in den Modulbeschreibungen im Optionalbereich detailliert ausgewiesen und k\u00f6nnen \u00fcber die <a href=\"https:\/\/module.optio.ruhr-uni-bochum.de\/modules\">Modulsuche<\/a> gefiltert werden.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:40%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/optio.ruhr-uni-bochum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Brehl.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8880\" style=\"width:394px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Dr. Medardus Brehl in seinem B\u00fcro am Institut f\u00fcr Diaspora- und Genozidforschung (Quelle: private Aufnahme)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wenn Studierende beispielsweise das Basic Zertifikat absolviert haben, und sie dadurch ein bestimmtes Forschungsinteresse gewonnen haben, begleiten Sie dann auch eine Abschlussarbeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Dr. Brehl:<\/em><strong> <\/strong>Also der Aspekt der Abschlussarbeiten ist ein gro\u00dfes Thema, weil ich sagen w\u00fcrde, dass alle, die das Zertifikat erworben haben und ihre Arbeiten in diesem Themenbereich geschrieben haben, sie in der Regel auch bei jemandem aus unserem Institut geschrieben haben. Sehr viele Leute haben auch ihre m\u00fcndlichen Pr\u00fcfungen in diesem Themenbereich am Institut gemacht. Die Forschung wird also aus in der Lehre erworbenen Interessenschwerpunkten abgeleitet, und daraus werden auch eigene Themen und Fragestellungen f\u00fcr Examensarbeiten entwickelt. Zu beachten ist allerdings, dass im Bachelor-Studium die Examensarbeit nur im Fach bzw. einem der studierten F\u00e4cher geschreiben werden darf, nicht jedoch im Optionalbereich z.B. \u00fcber die Teilnahme an unserem Zertifikat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Auf dem Flyer zum Zertifikat wird auch damit geworben, dass das Zertifikat zudem ein T\u00fcr\u00f6ffner in die Forschungswelt sein k\u00f6nnte, gerade in Zusammenarbeit mit der Genozid- und Diasporaforschung: Wie sieht das in der Praxis bei Ihnen aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Dr. Brehl:<\/em><strong> <\/strong>Es gibt derzeit zwei Beispiele daf\u00fcr, dass die, die das <em>Advanced Zertifikat<\/em> absolviertund [das] in wirklich sehr enger Anbindung an die Lehrveranstaltungen, die sie im Erweiterungsmodul belegt haben, inzwischen ihre Promotionsprojekte entwickelt haben. Und beide sind im Moment damit besch\u00e4ftigt Stipendienantr\u00e4ge vorzubereiten, die dann auch von Frau PD Dr. Platt, Professor Dabag und Professor Stefan Berger (Institut f\u00fcr soziale Bewegungen) in diesen F\u00e4llen unterst\u00fctzt werden. Man kann \u00fcber diese Ausbildung eines selbstgew\u00e4hlten Schwerpunkts beispielsweise graduierende Projekte ableiten, wie diese Beispiele sehr sch\u00f6n deutlich machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Was w\u00e4re nun der erste Schritt interessierter Studierender zum Zertifikat?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Dr. Brehl:<\/em><strong> <\/strong>Den ersten Schritt macht man, indem man einfach eine Mail an die Lehre schreibt und sagt: \u201eIch interessiere mich f\u00fcr das Zertifikat und h\u00e4tte gerne weitere Informationen.\u201c Dann bekommt man in der Regel schnell eine Antwort und einen Termin f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch, in dem die Unklarheiten, die vielleicht noch da sind, wenn man die Beschreibung auf der Webseite und dem Flyer angeguckt hat, beseitigt. Die meisten Studierenden k\u00f6nnen es fast nicht glauben, dass sie eigentlich keine Zusatzleistungen erbringen m\u00fcssen.&nbsp; Man muss nur interessiert sein und Veranstaltungen machen, die reinpassen, und die werden dann in gewisser Weise sozusagen doppelt kreditiert, also f\u00fcr das Fachstudium und bei uns. Also wir sammeln die Veranstaltungen f\u00fcr Fachstudierende, passen sie in die Modulform des Zertifikats an und gucken, ob damit die Bedingungen erf\u00fcllt sind. Studierende im Optionalbereich finden die Module f\u00fcr das Zertifikat direkt in der <a href=\"https:\/\/module.optio.ruhr-uni-bochum.de\/modules\">Modulsuche<\/a> auf der Homepage des Optionalbereichs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Nun l\u00e4uft das Zertifikat im f\u00fcnften Semester an, wie sind die Erfahrungen der Studierenden bisher?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Dr. Brehl:<\/em><strong> <\/strong>Die Resonanz ist umwerfend, wir haben inzwischen f\u00fcr das Zertifikat achtzehn oder neunzehn Leute, die es komplett absolviert haben in den letzten Semestern. Das Feedback ist sehr gut, ich habe schon neue Beratungsgespr\u00e4che f\u00fcr das Zertifikat vereinbart. Es sind Leute aus ganz unterschiedlichen Fakult\u00e4ten, die das Zertifikat machen. Jenseits derer, denen wir schon Zertifikat ausgestellt haben, haben wir im Moment noch circa vierzig Studierende, die dabei sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit dem Wintersemester 2021\/22 bietet das Institut f\u00fcr Diaspora- und Genozidforschung (IDG) ein Zertifikat an, bei dem Studierende verschiedener Fachrichtungen sich mit interdisziplin\u00e4ren und f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Forschungsprozessen zum Thema kollektiver Gewalt und gewaltsamer Herrschaftsstrukturen vertraut machen und zur Einnahme kritischer Perspektiven sowie zum Argumentieren und Diskutieren angehalten werden. Die im Optionalbereich belegbaren Module bieten Studierenden der RUB ein tiefgreifendes Zertifikatsstudium. Ansprechpartner f\u00fcr Interessierte ist Herr Dr. Medardus Brehl, der am IDG t\u00e4tig ist und auch einige der Module betreut. 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