Das Ruhrgebiet wird 2026 zum Schauplatz eines der weltweit bedeutendsten Kulturereignisse: Die Manifesta 16 macht Station in unserer Region. Die europäische nomadische Biennale ist bekannt dafür, Kunst mit gesellschaftlichem Dialog und Stadtforschung zu verbinden. In dieser Ausgabe stehen besonders ehemalige Kirchen im Fokus, die in Räume für Kultur und Gemeinschaft transformiert werden.
Für diesen Zeitraum sucht die Manifesta 16 Ruhr gGmbH engagiertes Aufsichtspersonal (m/w/d) für die Standorte Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum.
Mehr als nur Aufsicht: Vermittlung und Gastfreundschaft
In dieser Rolle sind Sie weit mehr als eine reine Sicherheitskraft. Sie fungieren als gastfreundliche Ansprechperson und einladendes Gesicht der Biennale. Zu Ihren Aufgaben gehört es, eine offene Atmosphäre zu schaffen, in der sich Besucher*innen willkommen und informiert fühlen.
Ihre Kernaufgaben im Überblick:
Interaktion: Sie gehen aktiv auf das Publikum zu, initiieren Gespräche über die Kunstwerke und erklären die Ausstellungskonzepte.
Sicherheit: Sie beaufsichtigen die Ausstellungsräume und sorgen für den Schutz der Installationen und der technischen Ausstattung.
Service: Sie leisten Orientierungshilfe, beantworten Fragen und koordinieren Gruppen sowie Schulführungen.
Organisation: Sie unterstützen bei den täglichen Öffnungs- und Schließprozessen und arbeiten eng mit Technik- und Sicherheitsteams zusammen.
Das sollten Sie mitbringen
Die Manifesta sucht kommunikative Persönlichkeiten, die Freude am Austausch mit Menschen aus aller Welt haben.
Ihr Profil:
Sehr gute Kenntnisse in Deutsch und Englisch (weitere Sprachen sind ein Plus).
Ein selbstbewusstes Auftreten und die Bereitschaft, aktiv auf Fremde zuzugehen.
Interesse an zeitgenössischer Kunst und kulturellen Themen.
Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und ein kühler Kopf in herausfordernden Situationen.
Wohnsitz im Ruhrgebiet für die Dauer des Vertrags.
Arbeitsbedingungen & Rahmendaten
Die befristete Beschäftigung umfasst den Zeitraum vom 8. Juni bis zum 4. Oktober 2026 (inklusive Schulungstage).
Teilzeitkräfte: 31 bis 35 Stunden pro Woche (bei 3 freien Tagen).
Werkstudierende: 17 Stunden pro Woche während des Semesters (in der vorlesungsfreien Zeit bis zu 40 Stunden möglich).
So bewerben Sie sich
Möchten Sie Teil dieses internationalen Teams werden? Die Manifesta legt großen Wert auf Diversität und Inklusion und freut sich über Bewerbungen unabhängig von Alter, Herkunft oder Identität.
Nutzen Sie die Chance, hinter die Kulissen einer der einflussreichsten Kunstbiennalen der Welt zu blicken und die Kulturlandschaft des Ruhrgebiets aktiv mitzugestalten!
Möchten Sie die Energiewende in Deutschland aktiv begleiten und gleichzeitig wertvolle Erfahrungen in einem weltweit führenden Technologiekonzern sammeln? Die deutsche Niederlassung von Sumitomo Electric Industries bietet in ihrem Projektbüro in Düsseldorf spannende Einblicke für junge Talente.
Sumitomo Electric ist mit über 280.000 Mitarbeitern weltweit ein anerkannter Technologieführer und gehört zu den international wichtigsten Herstellern von Stromkabeln. In Deutschland betreut das Unternehmen derzeit mehrere Großprojekte zur Installation von Stromkabeln – ein entscheidender Baustein für eine nachhaltige Zukunft.
Ihre Aufgaben im Projektbüro
Während des etwa sechsmonatigen Praktikums (Zeitraum flexibel gestaltbar) unterstützen Sie die internen Teams bei der Umsetzung nachhaltiger Energieprojekte.
Die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit:
Projektunterstützung: Sie helfen bei der Koordination und Umsetzung wichtiger Infrastrukturprojekte.
Kommunikationsschnittstelle: Sie unterstützen den Austausch zwischen Zulieferern, Behörden und den Projektteams.
Dokumentenmanagement: Sie erstellen, überprüfen und organisieren relevante Projektdokumente.
Back-Office: Sie übernehmen allgemeine administrative Aufgaben, die für einen reibungslosen Projektablauf sorgen.
Was Sie mitbringen sollten
Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Studierende, die ein Pflichtpraktikum absolvieren möchten oder als Praktikant*in erste Praxiserfahrung in einem internationalen Umfeld suchen.
Ihr Profil:
Sprachgenie: Sie verfügen über verhandlungssichere Deutsch- und Englischkenntnisse (mindestens C1-Niveau).
Kommunikation: Sie besitzen eine hohe Kooperationsbereitschaft und Freude an der Teamarbeit.
Interessen: Idealerweise begeistern Sie sich für Elektrotechnik, Ingenieurswesen oder HGÜ-Systeme.
Japan-Bezug: Japanischkenntnisse oder ein besonderes Interesse an der japanischen Kultur sind von Vorteil, aber keine Bedingung.
IT-Skills: Sicherer Umgang mit den gängigen MS Office-Anwendungen (Excel, Word, PowerPoint).
Das bietet Sumitomo Electric
Sie arbeiten in einer zukunftssicheren Branche und einer dynamischen Arbeitskultur, in der erfahrene Expert*innen und junge Talente Hand in Hand arbeiten. Ein internationales Umfeld und eine freundliche Atmosphäre (inklusive kostenloser Getränke wie Kaffee und Wasser) warten auf Sie.
So treten Sie in Kontakt
Der Arbeitsbeginn ist flexibel möglich. Wenn Sie bereit sind, Ihre Karriere in einem wachsenden Unternehmen mit Fokus auf Nachhaltigkeit zu starten, bewerben Sie sich direkt bei der deutschen Niederlassung in Düsseldorf.
Interesse geweckt? Detaillierte Informationen und die Möglichkeit zur Bewerbung finden Sie direkt auf den Karriereseiten des Unternehmens oder über die gängigen Portale unter dem Stichwort „Praktikum (m/w/d) Sumitomo Electric“.
Das Thema Antisemitismus schafft es regelmäßig ins öffentliche Bewusstsein. Jüdisches Leben hingegen findet selten in der Öffentlichkeit statt. Auch jüdische Studierende an der RUB sind weitgehend unsichtbar – das muss aber nicht so bleiben.
Zwischen zwei Vorlesungen steht eine Gruppe Studierender vor dem Gebäude. Einige rauchen, andere essen etwas, es wird geredet und gelacht. Ein Handy klingelt. Einer der Studenten greift danach, schaut auf den Bildschirm, runzelt die Stirn. Er geht einen Schritt zur Seite, nimmt den Anruf an. Sein Gesicht hellt sich auf, und als er sich weiter von der Gruppe entfernt, sagt er fröhlich: „Shalom, Rabbi!“. Noch während er diese Worte spricht, zieht sich in ihm alles zusammen. Er merkt die verwirrten Blicke in seinem Rücken, hinter ihm scheint sich eine ohrenbetäubende Stille auszubreiten. Sie übertönt die Stimme aus dem Telefon, schlingt sich um seinen Hals, drückt ihm die Luft aus der Lunge. Wie konnte er nur so unvorsichtig sein?
Antisemitismus ist mehr als Gewalt
Gebetsbuch, Kippa und Davidstern bleiben im Rucksack | Foto: Aimon-Silaskaja Beetz
„Bisher hat mich glücklicherweise niemand körperlich wegen meines Jüdischseins angegriffen. Aber Antisemitismus erlebe ich jeden Tag“, erzählt der Student, der im Folgenden Ilan heißen soll. Wie alle für diesen Text Interviewten möchte er anonym bleiben. Bundesweit zählte die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus e.V. (RIAS) zuletzt durchschnittlich 24 antisemitische Vorfälle pro Tag. An der RUB berichten Studierende vor allem von antisemitischen Graffiti und Stickern sowie verbalen Anfeindungen. Doch offene Feindseligkeiten machen nur einen Bruchteil der Erfahrungen jüdischer Studierender aus. „Antisemitismus sind vor allem Stereotype, Unwissen oder Vorurteile im Alltag, das ist nicht zwingend böse gemeint“, erklärt Miriam, die an der RUB zu jüdischer Geschichte forscht. Das liegt unter anderem daran, dass die meisten Menschen kaum Berührungspunkte mit dem Judentum haben. Vorträge und Bildungsangebote beziehen sich meist auf Antisemitismus oder jüdische Geschichte. Das zeitgenössische Judentum ist für viele ein mystischer Nebel, den sie aus sicherer Entfernung mit einer Mischung aus Faszination und Unbehagen beobachten.
Ein freundliches Einhorn
Die meisten Reaktionen auf ein Outing sind nicht böse gemeint | Grafik: Aimon-Silaskaja Beetz
Sich als jüdisch erkennen zu geben, so beschreibt es die Medizinstudentin Lea, fühlt sich an, als wäre sie ein Einhorn, das aus diesem Nebel hervortritt. Die Wenigsten wollen Einhörner jagen, die meisten wollen sie bestaunen, haben aber gleichzeitig Angst, sie zu verscheuchen. Auch Ilan kennt das Gefühl: „Die Leute schauen ihr ganzes Leben lang auf uns wie auf ein Schwarz-Weiß-Foto und dann merken sie plötzlich: Uns gibt es wirklich.“ Viele Menschen sind erst einmal verunsichert, wollen nichts Falsches sagen, reagieren abweisend und distanziert. Nach einer Weile siegt die Neugier, eine unbändige Flut an Fragen durchbricht die Stille. Viele dieser Fragen sind harmlos, stammen aus ehrlichem Interesse an der jüdischen Kultur und Religion, andere sind taktlos bis übergriffig. Trotzdem versuchen sie, alle Fragen geduldig zu beantworten und den Leuten ihre Berührungsängste zu nehmen. „Neugier ist wichtig, um Gespräche und Raum zu schaffen, auch um Vorurteile abzubauen“, erklärt Hanna, eine ehemalige Studentin. „Es bringt nichts, wenn alle nur lesen, dass Antisemitismus schlecht ist. Sie müssen das auch von Betroffenen hören, damit sie uns verstehen.“ Außerhalb der Gemeinden gibt es nur wenig Räume, in denen jüdische Personen ‚normal‘ genug sind, um diese anstrengende Aufklärungsarbeit nicht ständig leisten zu müssen.
Räume schaffen und Brücken bauen
GESH-Stand bei der jüdischen Campuswoche 2025 | Foto: Aimon-Silaskaja Beetz
Deshalb hat Hanna mit einigen Freund*innen die jüdische Hochschulgruppe GESH gegründet. Der Name leitet sich vom hebräischen Wort ‚Gesher‘, Brücke, ab. GESH soll junge Jüd*innen vernetzen, die sich oft in ihren früheren Gemeinden nicht mehr aufgehoben fühlen, indem sie Begegnungen außerhalb religiöser Anlässe ermöglicht. Außerdem informieren verschiedene Gemeinden dort über ihre Veranstaltungen, sodass die Studierenden auch in andere Gemeinden ‚reinschnuppern‘ können. Ein Ende der Brücke führt aber auch in die Gesellschaft. Nichtjüdische Interessierte können über GESH einen Einblick in jüdisches Leben bekommen, an Vorträgen oder Workshops teilnehmen und ihre Berührungsängste schrittweise ablegen. Dafür veranstaltet GESH seit 2021 regelmäßig Aktionen wie die jüdische Campuswoche, wo sie beim Essen oder Spielen ganz niedrigschwellig Einblicke in die jüdische Kultur geben – auch allen, die wirklich gar nichts übers Judentum wissen. Inzwischen hat Hanna die Organisation in die Hände der nächsten Generation Studierender gegeben. Sie engagiert sich trotzdem weiter für politische Bildung:
„Es ist wichtig, dass wir für uns selbst einstehen und laut sind, aber es ist auch wichtig, dass andere Leute für uns laut sind, weil wir alleine schaffen es halt einfach nicht.“
Wer nicht bis zur nächsten Veranstaltung warten, sondern das eigene Wissen übers Judentum direkt auffrischen will, kann beispielsweise auf das Projekt „Jüdische Perspektiven sichtbar machen“ vom Center for Religious Studies (CERES) zurückgreifen, oder auf eine der Fragen im Kasten Links klicken. Und wenn sich eine Person aus eurem Umfeld als jüdisch outet: cool bleiben. Niemand erwartet, dass ihr perfekt Bescheid wisst – nur, dass ihr euer Gegenüber weiter als Menschen behandelt.
Hinweis: Alle im Text genannten Namen wurden zum Schutz der Personen von der Redaktion geändert.
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