Zwischen Beton und Brutalismus: Die Universitätsbibliothek Bochum baut auf Nachhaltigkeit

Ein Bericht von Saskia Kalla

Die Universitätsbibliothek Bochum (UB) wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer Bau der 1960er-Jahre. Doch hinter der grauen Betonfassade vollzieht sich ein grüner Wandel: Die Bibliothek entwickelt sich zunehmend zu einem Ort, an dem Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielt. Der Nachhaltigkeitskoordinator Dr. Timo Klünder beschreibt den Wandel mit folgenden Worten: Als Universität sind wir eine Werkstatt mit Zukunft.“

Nachhaltigkeit im Zentrum der UB

Der Innenraum der UB I Foto: Saskia Kalla

Der Slogan „Green Campus 2030″ umfasst verschiedene Maßnahmen, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren und nachhaltigere Infrastruktur auszubauen. Mit einer Fläche von über 12.000 Quadratmetern und 1.400 Arbeitsplätzen gehört die UB zu den meistgenutzten Orten auf dem Campus. Aus diesem Grund gewinnt das Thema Nachhaltigkeit auch hier immer mehr an Bedeutung. Die Bibliothek bietet neben einem umfassenden Büchersortiment Lernplätze mit grünen Innenbereichen, wie den „Vertical Gardens“, die das Gebäude beleben. Efeuranken schlängeln sich über die Stockwerke und schmücken die Fassade. Um diese tropenhafte Atmosphäre zu vertiefen, sind bereits weitere hängende Gärten in Planung. Die Veränderungen haben die Aufenthaltsqualität spürbar verbessert und zu einer erhöhten Konzentration geführt, wodurch der Lernerfolg spürbar gesteigert wurde.

Ein elektronisches Ausleihsystem I Foto: Saskia Kalla

Die Bibliothek setzt verstärkt auf Open-Access-Angebote und digitale Ressourcen, die einen ortsunabhängigen Zugriff ermöglichen. Dadurch entfallen für viele Studierende lange Anfahrtswege. Ebenso werden Materialressourcen geschont, vor allem der Papierverbrauch konnte deutlich minimiert werden. Die UB verfügt über optimierte Druckprozesse, Recyclingpapier und elektronische Ausleihsysteme mit optionalem Quittungsdruck. Auch ein interner Leitfaden wurde entwickelt, der nachhaltige Arbeitsweisen fest im Bibliotheksalltag verankert. Ein weiterer Aspekt ist der Umgang mit Forschungsdaten. Die sogenannten Research Data Services fördern die Nachnutzung bestehender Daten und vermeiden doppelte Datenerhebungen.

Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit 

Neben den strukturellen, internen Veränderungen ziehen auch die Studierenden gemeinsam an einem Strang. Seit 2021 motiviert die Arbeitsgruppe „Nachhaltige UB“ Studierende und Mitarbeitende, sich aktiv einzubringen. In der UB wurden Sammelstellen für Korken, alte Handys und Kabel eingerichtet, die ihr abgeben könnt. Zusätzlich gibt es eine Kooperation mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und Veranstaltungen wie Nachhaltigkeitstage oder Flohmärkte. Diese Initiativen stärken das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln. Erste Erfolge sind bereits sichtbar, im QS Sustainability Ranking 2024, in welchem die Maßnahmen der Nachhaltigkeit bewertet werden, belegte die RUB Platz 283 von mehr als 1.700 Hochschulen weltweit. „Dieses Ergebnis zeigt, dass wir unserer Verantwortung gerecht werden“, sagt Dr. Timo Klünder im Hinblick auf die positive Entwicklung im Ranking. 2026 gehört die Bibliothek weiterhin zu den besten 16 Prozent im Hochschulvergleich des weltweiten Nachhaltigkeits-Rankings. Allerdings bleibt der Energieverbrauch brutalistischer Gebäude weiterhin hoch. Die nachhaltige Transformation der Universitätsbibliothek ist daher kein abgeschlossener Prozess, sondern eine langfristige Aufgabe. Falls das Thema nun dein Interesse geweckt hat, schau doch gerne auf der Website der UB vorbei. Oder falls du selbst Anregungen zu mehr Nachhaltigkeit an der RUB hast, schreibe gerne eine E-Mail an nhb@rub.de

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Fahrradfahren an der RUB – zwischen Alltag und Gefahr

Ein Bericht von Celina Ney

Täglich nutzen Studierende und Mitarbeitende der RUB das Fahrrad, um zur Uni zu kommen. Für viele ist dies längst zur Routine geworden: umweltfreundlich, schnell, gesund und kostengünstig. Doch ebenso löst der Gedanke bei vielen Unbehagen aus, denn enge Straßen, dichter Verkehr und unübersichtliche Kreuzungen lassen diese Routine zu einer Herausforderung werden.

Fahrradfahren: kostengünstig, umweltfreundlich und flexibel

Für viele von euch beginnt der Tag mit dem gewohnten Weg zur Universität. Ob aus den umliegenden Stadtteilen oder direkt aus der Innenstadt, das Fahrrad ermöglicht eine schnelle und unabhängige Anreise. Vor allem zu den Stoßzeiten, wenn Busse oder die U35 überfüllt sind, stellt das Fahrrad eine attraktive Alternative dar. Darüber hinaus ist es die klimafreundlichste Art der Fortbewegung und fördert dabei noch die Gesundheit.

Vision einer grünen Campus-Mobilität

Die Ruhr-Universität Bochum hat sich im Bezug auf Klimafreundlichkeit ambitionierte Ziele gesetzt. Unter dem Leitbild „Sustainable RUB 2030“ soll die Mobilität auf dem Campus bis zum Ende des Jahrzehnts sicherer, widerstandsfähiger und klimagerechter werden. Das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie ist klar definiert: Die Attraktivität alternativer Fortbewegungsmittel gegenüber dem Auto muss massiv gesteigert werden.

Wenn Sicherheit auf der Strecke bleibt

Ein Fahrradunfall mit einem Auto | Foto: GlauchauCity @ Pixabay

Trotz der Bemühungen der Universität bleibt die Anreise eine Herausforderung. Besonders die Universitätsstraße ist ein Problem für die Sicherheit der Radfahrenden, denn der Radweg entlang dieser Straße ist oft nur durch schmale Markierungen von der Fahrbahn abgegrenzt, auf der Autos teilweise mit 70 km/h fahren dürfen. Dies sorgt nicht nur für ein Gefühl der Unsicherheit, sondern bringt reale Gefahren mit sich. Besonders brenzlich wird es dann, an den zahlreichen Auf- und Abfahrten der Universitätsstraße, die den Radweg zum Teil kreuzen. Hier kommt es häufig zu gefährlichen Situationen, wenn Autofahrer beim Abbiegen die Vorfahrt der Radfahrenden missachten oder diese im toten Winkel übersehen. Die Ruhr-Universität arbeitet zwar im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie daran, die Fahrradwege sicherer zu gestalten, doch der bisherige Zustand bleibt für viele ein tägliches Wagnis.

Vorteile für Studierende

Dennoch bringt das Radfahren auch positive Aspekte mit sich, ein besonderes Highlight ist dabei die Kooperation mit dem Leihradsystem Metropolradruhr. Dies ermöglicht es an verschiedenen Standorten, sowohl auf dem Unigelände als auch im gesamten Bochumer Stadtgebiet, Räder für einen bestimmten Zeitraum kostenlos zu nutzen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Studierende und Beschäftigte bei verschiedenen lokalen Fahrradläden zum vergünstigten Preis einkaufen können oder Serviceleistungen der AStA (Allgemeine Studierendenausschuss) in Anspruch nehmen können.

Hilfe für die eigene Sicherheit

Die Fahrradwerkstatt der RUB nahe der UB | Foto: Celina Ney

Angesichts der häufigen Gefahrensituationen wird es immer wichtiger, ein funktionstüchtiges Fahrrad zu besitzen, um sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Dazu bietet die fahrradfreundliche Kultur der RUB die AStA-Fahrradselbsthilfewerkstatt, welche sich zentral auf dem Campus in der Nähe der Universitätsbibliothek befindet. Hier können Studierende ihr Fahrrad unter Anleitung von erfahrenden Mechaniker*innen kostenlos reparieren. Ihnen werden dabei notwendige Spezialwerkzeuge, die im privaten Haushalt meistens nicht zu finden sind, zur Verfügung gestellt. Neben dem Reparieren des Rads geht es hier ferner darum zu lernen, wie man sein Fahrrad instand halten kann, um Sicherheit auf der Straße gewährleisten zu können. Für kleinere Probleme außerhalb der Werkstattöffnungszeiten stehen auf dem Campus Fahrrad-Reparaturstationen zur Verfügung, welche ebenfalls mit den wichtigsten Werkzeugen ausgestattet sind. Zuletzt bietet die Universität verschließbare Fahrradboxen, welche es ermöglichen, Diebstahl und Witterungsschäden vorzubeugen, während man den Alltag auf dem Campus erlebt.

Angebote der RUB rund ums Fahrrad, sowie weitere Informationen und Öffnungszeiten der Fahrradselbsthilfewerkstatt findet ihr hier:

https://services.ruhr-uni-bochum.de/de/mobilitaetsportal
https://asta-bochum.de/fahrradwerkstatt/

dienstags 12-18 Uhr
mittwochs 12-18 Uhr
donnerstags 12-18 Uhr

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Theaterflatrate – Gratis Schauspiel für Studierende

Ein Feature von Felix Jung

Bei klassischem Theater denken viele erstmal an Anzug tragende ältere Herrschaften, ein Gläschen Wein in der Hand beim Fachsimpeln über die letzte große Inszenierung. Doch am Schauspielhaus Bochum versucht man diese Stereotype aufzubrechen und mehr junge Menschen in den altehrwürdigen Theatersaal zu locken. Für Studierende der Ruhr-Universität Bochum geht das für viele Vorstellungen sogar gratis.

An lauen Sommerabenden ist Bochum-Ehrenfeld ein belebtes junges Viertel, wie es wohl in jeder studentischen Großstadt zu finden ist. Inmitten von Bars und Kneipen thront jedoch eines der markantesten Gebäude Bochums, direkt an der Königsallee. Das Schauspielhaus. Mit seiner über hundert Jahre alten Geschichte gilt es als eine der renommiertesten und bekanntesten Theaterspielstätten Deutschlands. Doch all der Ruhm hilft dem Schauspielhaus wenig im Kampf gegen sinkende Auslastung und rückläufige Ticketverkäufe. 

Neue Leute ins Theater locken

Ein Versuch, gerade für jüngere Menschen wieder attraktiver zu werden, ist die Theaterflatrate für Studierende diverser Hochschulen, unter anderem der RUB. Das Konzept ist einfach. Für die meisten Vorstellungen des aktuellen Spielplans gibt es ein Kontingent an Karten, welche vom Schauspielhaus gratis zur Verfügung gestellt werden. 

Man sucht sich ganz normal einen Sitzplatz und gibt bei der Ticketkategorie die RUB-Flatrate an. Die Eintrittskarte landet jetzt ganz umsonst im Warenkorb. Falls mal keine Karten mehr in der gewünschten Sitzkategorie verfügbar sein sollten, lohnt es sich, andere Plätze oder alternative Vorführungstermine zu durchstöbern. Die Chancen sind gut, dass man am Ende in die Vorstellung kommt, welche man besuchen möchte.

Warum sich ein Besuch lohnt

Das wohl meist diskutierte Stück der jüngeren Schauspielhausgeschichte dürfte mit weitem Abstand „Catarina, oder Von der Schönheit Faschisten zu töten“ gewesen sein. Die Premiere der Erstinszenierung in deutscher Sprache endete damit, dass Personen aus dem Publikum die Bühne stürmten, ein Schauspieler körperlich angegangen und Obst auf die Bühne geworfen wurde. 

Programm des Schauspielhauses Bochum | Foto: Felix Jung

Für mich stand also fest, das muss ich mir auch anschauen. Gesagt, getan. Tickets über die Theaterflatrate besorgt, pünktlich vor Beginn des Stückes meinen Platz gefunden und dann hieß es nur noch zurücklehnen und genießen. Wobei ich allerdings bei diesem eindringlichen Stück dauerhaft gebannt auf der Stuhlkante saß. 

„Catarina, oder Von der Schönheit Faschisten zu töten“ wurde seinem Ruf auf jeden Fall gerecht. Die Inszenierung behandelt die Frage von Recht und Gerechtigkeit, Zweifel und Widerspruch. Zudem ist das Stück politisch hoch aktuell. Es wurde bei der Aufführung, die ich besuchte, zwar nicht die Bühne gestürmt, rumoren und Zwischenrufe aus dem Publikum blieben aber nicht aus. 

Mir wurde noch einmal eindrücklich vor Augen geführt, dass es eben doch etwas anderes ist, Schauspiel auf der Bühne anstatt über einen kleinen Bildschirm flimmern zu sehen. Falls jetzt noch Fragen offen sein sollten, gibt es alle fehlenden Informationen auch noch einmal auf der Website des Schauspielhauses Bochum.

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