Zwischen Pipetten, Paragrafen und Poesie, das Alfried-Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität Bochum

Ein Bericht von Jan Düdder

Es riecht nach Bunsenbrennern, und irgendwo schlagen zwei Reagenzgläser aneinander. Ein leises „Wow“ durchbricht die konzentrierte Stille, als sich in einem Messbecher plötzlich die Farbe verändert. In einem anderen Gebäude diskutieren Schülerinnen und Schüler darüber, was als Schönheitsideal gilt, und im nächsten Raum entziffern andere fremde Schriftzeichen. Das ist das Alfried Krupp-Schülerlabor der Wissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum, ein Ort, an dem Schule auf echte Wissenschaft trifft.

Ein Labor, das mehr ist als ein Labor

Das klingt zuerst nach weißen Kitteln und stillen Versuchsanordnungen. Doch wer durch die Türen des Schülerlabors tritt, merkt schnell, hier geht es um weit mehr. Wie es selbst auf der eigenen Website beschrieben wird, ist ein Labor ein Ort der Arbeit, vor allem wissenschaftlicher Arbeit. Das Schülerlabor wurde 2004 gegründet und war eines der ersten seiner Art an einer deutschen Universität. Zuerst wurden ausschließlich Projekte im MINT-Bereich angeboten. 2009 wurde das Portfolio durch den Fachbereich der Geisteswissenschaften erweitert. So ergeben sich insgesamt 100 Projekte, die jeweils einen Einblick in das jeweilige Forschungsgebiet bieten. Die Idee hinter dem Schülerlabor ist damit zwar einfach, aber zugleich ambitioniert. Wissenschaft soll nicht nur erklärt, sondern erlebbar gemacht werden.

Lernen durch Ausprobieren

Ein zentrales Merkmal des Schülerlabors ist seine enge Anbindung an die Universität. Die Projekte werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie von Lehramtsstudierenden betreut, die Schülerinnen und Schüler arbeiten demnach selbständig an den Projekten. Dadurch erhalten die Teilnehmenden authentische Einblicke in aktuelle Forschungsfragen und wissenschaftliche Methoden. So können sie erste Einblicke in die Welt der Wissenschaften wagen und das ganz ohne Druck, sondern nur durch schlichtes Ausprobieren. Sie lernen den Umgang mit verschiedenen technischen Geräten, aber auch das wissenschaftliche Diskutieren über aktuelle, relevante Themen. Gleichzeitig profitieren auch die Lehramtsstudierenden, sie sammeln praktische Erfahrungen und erproben, wie sie Unterrichtsmethoden anwenden können, um diese später in ihren beruflichen Alltag zu integrieren.                

14.000 Begegnungen mit Wissenschaft, jedes Jahr

Jährlich besuchen rund 14.000 (Stand 2023) Schülerinnen und Schüler das Labor.  Sie kommen aus ganz Nordrhein-Westfalen und machen, teilweise zum ersten Mal, Kontakt mit echter Forschung. Auf rund 1.000 qm im MINT und 650 qm mit geisteswissenschaftlichem Bereich können sich die Jugendlichen auf jeweils ein Physik- und Techniklabor, ein Biologie- und Chemielabor sowie ein Multifunktionslabor freuen. Bei den Geisteswissenschaften ergänzt eine Freihandbibliothek die drei Seminarräume. Dort können die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit wissenschaftlicher Literatur erlernen. Neben der Wissensvermittlung erfüllt das Schülerlabor eine weitere wichtige gesellschaftliche Funktion. Es trägt dazu bei, erste Berührungsängste gegenüber der Universität abzubauen. Für viele Jugendliche ist der Besuch der erste direkte Kontakt mit dem Universitätsalltag. So werden sie nicht als Studierende an die Uni hingestellt, sondern langsam an das System der Universität herangeführt.

Bühne für junge Talente

Foto: anilsharma @ pixabay

Dass hier echte Forschung entsteht, zeigt sich auch beim Wettbewerb „Jugend forscht“. Der NRW-Landeswettbewerb findet seit dem Jahr 2023 im Alfried Krupp-Schülerlabor seine Heimat. Gemeinsam im Wechsel mit der Henkel- und Bayer-AG wird der Landeswettbewerb ausgerichtet. So war es erst kürzlich im März 2026, das Schülerlabor wurde erneut zum Treffpunkt der besten Jungforschenden Nordrhein-Westfalens. In sieben Fachgebieten, wie zum Beispiel Technik und Chemie, konnten sich Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren für den MINT-Bereich begeistern und ihre Projekte vorstellen. So ist es das Ziel des Wettbewerbes: Talente zu finden und zu fördern. Die Ruhr-Universität Bochum ist die erste Universität, welche den Wettbewerb auf Landesebene ausrichtete. Prof. Dr. Katrin Sommer (Lehrstuhl für Didaktik der Chemie und Leiterin des Alfried Krupp-Schülerlabor), auf deren Initiative der Wettbewerb 2023 an die Rub kam, wird auf der Internetseite wie folgt zum Wettbewerb „Jugend-Forscht“ zitiert: „Ich freue mich, dass wir so motivierte und kreative Jungforscher*innen sowie engagierte Lehrkräfte, die ihre Jungforscher*innen begleiten, auf dem Campus begrüßen und ihnen einen attraktiven Standort für ihren inhaltlichen Wettstreit bieten können“. Demnach wird der Auftrag des Schülerlabors, junge engagierte Nachwuchskräfte für die Wissenschaft zu gewinnen, mit dem Ausrichten des Wettbewerbes untermauert. Die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner des Landeswettbewerbes dürfen ihre Projekte im Bundeswettbewerb in Herzogenaurach vorstellen.

Für weitere Informationen zum Alfried-Krupp-Schülerlabor stehen folgende Daten zur Verfügung:

http://www.aks.rub.de

Koordinationsbüro MINT: Tel.: 0234/32-27082; E-Mail: schuelerlabor@rub.de

Koordinationsbüro GG: Tel.: 0234/32-24723; E-Mail: schuelerlabor-gg@rub.de

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Die Uni in der Hosentasche – und du kannst sie mitgestalten. Praktikum bei der Campus App by AStA

Ein Bericht von Janis Kumpmann

Du entwickelst gerne eigene Ideen, liebst Praxisnähe und findest die Themen Digitalität & Fortschritt spannend? Dann ist das 10CP-Praktikum bei der Campus App by AStA genau das Richtige für dich!

News, Events & Co: Die Funktionen der Campus App

Abbildung 2: Event AStA Cocktailkurs angezeigt in Campus App (Quelle: AStA Bochum, Campus App Events Mockup, https://app.asta-bochum.de/wp-content/uploads/2023/08/Website-Mockup-Events-scaled.jpg)

Egal ob Mensapläne auschecken, Veranstaltungen finden oder das Semesterticket griffbereit auf dem Smartphone haben – für viele Studierende der RUB gehört die Nutzung digitaler Angebote schon längst zum Studienalltag dazu. Die Campus App bündelt diese Funktionen an einem Ort und verfolgt dabei das Ziel, den Studienalltag übersichtlicher zu gestalten. Sie ist mit rund 20.000 Nutzenden eine der meistgenutzten Hochschul-Apps Deutschlands. Zu den wichtigsten Funktionen gehört ein zentraler Newsfeed, der euch aktuelle Informationen von der Universität, dem AStA und verschiedenen Initiativen anzeigt.

Dazu kommt ein Veranstaltungskalender, der einen Überblick über Events auf dem Campus gibt. Von fachlichen Angeboten bis hin zu Partys und kulturellen Veranstaltungen ist alles in der App zu finden.  Die App bietet außerdem Zugriff auf die verschiedenen Speisepläne von Q-West, über Mensa und Rote Beete, bis hin zum Kultur Café. So könnt ihr mit wenigen Klicks entscheiden, wo und was ihr essen möchtet. Die Speisepläne lassen sich außerdem nach Allergenen oder individuellen Präferenzen filtern.

Mit dem Raumfinder-Feature der App könnt ihr Gebäude und Räume einfacher finden. Gerade für Erstsemester ist die Orientierung auf dem Campus nämlich oft nicht einfach. Diese Funktion ist allerdings noch nicht ganz ausgereift, es fehlt z. B. noch das neue HGD-Gebäude.

Von Nutzenden zu Mitgestaltenden: Das Praktikum

Während viele Studierende die App im Alltag nutzen, bietet euch das Praktikum die Möglichkeit, direkt am Projekt Campus App mitzuarbeiten. Zu den zentralen Aufgaben gehören die Weiterentwicklung bestehender Funktionen, die Konzeption neuer Features sowie Tests und Qualitätssicherung. Auch eigene Ideen können eingebracht und praktisch umgesetzt werden, etwa im Bereich Design, Usability oder technischer Entwicklung. Dazu spielt die Kommunikation mit der Studierendenschaft eine Rolle. Es kann Feedback gesammelt und ausgewertet werden, um die Weiterentwicklung der App voranzutreiben. Hier gewinnt ihr also auch Einblicke in Projektarbeit und lernt nutzenorientiertes Arbeiten kennen.

Abbildung 3: Personen sitzen mit Laptop und Notizblöcken um einen Tisch und arbeiten an etwas, eine Person schaut hoch in die Kamera (Quelle: Geralt, Pixabay, https://pixabay.com/de/photos/team-werkstatt-b%C3%BCro-zusammenarbeit-10171012/)

Voraussetzungen und Workload

Die Rahmenbedingungen des Praktikums sind bewusst flexibel gestaltet, damit sie sich gut mit dem Studium vereinbaren lassen. Neben regelmäßigen Teamsitzungen arbeitet ihr sowohl vor Ort im AStA-Büro als auch teilweise im Homeoffice. Mit einem Gesamtaufwand von etwa 300 Stunden wird der Großteil der Zeit an der Mitarbeit der Projekte verbracht. Ein abschließender Praktikumsbericht rundet das Praktikum ab.

Das Angebot richtet sich an alle Studierenden der RUB, unabhängig vom Studiengang. Im Optionalbereich können Studierende das Praktikum sogar in ihren Wahlpflichtbereich integrieren. Vorkenntnisse sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung.

Falls du interessiert bist und dir ein Praktikum bei der Campus App vorstellen kannst, findest du die Bewerbungsmöglichkeiten sowie weitere Infos hier.

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