Wenn bronzene Fauna natürliche Flora trifft. – Die Skulpturen von Waltraud Hustermeier

Ein Bericht von Mercan Ulubay | Titelbild: Bronzeskulpturen von Käuzen (Foto: Mercan Ulubay)

Die Ausstellung „Fauna trifft Flora“ wird im Botanischen Garten an der Ruhr-Universität Bochum seit März 2025 gezeigt und soll mindestens bis Herbst 2026 dauern. Die Besichtigung der Ausstellung ist kostenlos. In dieser Ausstellung werden die naturgetreuen Bronzeskulpturen der Münsteraner Künstlerin Waltraud Hustermeier gezeigt. Ihre Skulpturen sind über das gesamte Freiland des Botanischen Gartens verteilt, was die Grenzen zwischen Kunst und Umwelt auf faszinierende Weise verschwimmen lässt.

Expedition durch die Natur

Die Bronzeskulpturen von Hustermeier sind über das gesamte Gelände des Botanischen Gartens verteilt – vom Tertiärteich bis zum Chinesischen Garten, vom Tropenhaus bis in den alpinen Bereich. Über 50 detailreiche Skulpturen werden gezeigt, die verschiedenste Lebewesen darstellen: von Pflanzen und Vögeln über Amphibien und Reptilien bis hin zu allerlei Fischen, Insekten und Säugetieren. Die Skulpturen sind nach regional und überregional vorkommenden Tieren gestaltet. Folgen Sie dem gepflasterten Weg, so können Sie die Bronzeskulpturen im gesamten Gartengelände sehen, wo sie einzeln oder in Gruppen inmitten der Naturflächen zu finden sind. Durch ihre Haltung und Platzierung inmitten der Natur wirken die Skulpturen nahezu lebendig.

Der Botanische Garten ist ein 13 Hektar großer umzäunter Bereich, der über 10.000 Pflanzenarten beherbergt. Jedes Kunstwerk wurde in den passenden geographischen Bereich des Gartens integriert, um eine natürliche Ergänzung zwischen Tier und Umgebung zu schaffen. So schwimmen Fische am Teich, Reptilien sonnen sich auf Steinen und auf der Wiese sind Wölfe zu sehen. Jede Skulptur oder Skulpturengruppe hat einen QR-Code, der Sie zur Homepage der Künstlerin weiterleitet.

Bronzeskulptur von Echse | Foto: Mercan Ulubay
QR-Code | Foto: Mercan Ulubay

Die Schöpferin der Skulpturen: Waltraud Hustermeier

Foto von Waltraud Hustermeier | Foto: RUB / W. Stuppy

„Komplexe Formen mit den eigenen Händen in einem Prozess zu erschaffen, ist eine wunderbare Tätigkeit“, erzählt Waltraud Hustermeier, die seit 1995 als freie Restauratorin und Bildhauerin in eigener Werkstatt tätig ist. Sie hat bereits in mehreren Botanischen Gärten ihre Skulpturen ausgestellt. Warum wurde die RUB für eine Ausstellung ihrer Skulpturen gewählt? Hustermeier hatte sich 2022 erfolgreich beim Botanischen Garten Münster beworben, um ihre Skulpturen im Freiland auszustellen. Bei einem Fachtreffen der Gärtner*innen aus den benachbarten Botanischen Gärten wurde ihre Ausstellung positiv wahrgenommen. „Es war dann nach einer Anfrage meinerseits zu einer Anschlussausstellung im Botanischen Garten Oldenburg gekommen und anschließend in Bochum“, erklärte die Künstlerin.

Die Skulpturen haben eine Preisliste, die Sie auf der Barokkoko-Homepage oder im Sekretariat sehen können. Die Künstlerin verkauft ihre Werke, und Sie können, bei Interesse, mit ihr per E-Mail oder telefonisch Kontakt aufnehmen. Dann stellt sie ein Wachsmodell der gewünschten Figur her und lässt diese in der Kunstgießerei gießen. Die Fertigstellung kann ein paar Wochen dauern.

Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität Bochum zugänglich: im Sommer von 9 – 18 Uhr und im Winter von 9 – 15:30 Uhr. Der Botanische Garten liegt südlich vom Campus, an der Universitätsstraße 150, 44801 Bochum. Besucherinnen und Besucher aller Altersgruppen sind herzlich eingeladen, die Skulpturen auf dem Gelände des Botanischen Gartens zu erkunden.

Um mehr Informationen zur Ausstellung, zu den Skulpturen oder zur Preisliste zu bekommen, können Sie die Homepage von Barokkoko unter folgendem Link besuchen:
https://www.barokkoko.com/

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Tierversuche an der RUB – medizinisch unverzichtbar oder ethisch unvertretbar?

Ein Hintergrundbericht von Cheyenne Fahl  | Titelbild: Jarle Eknes 2014                                       

Wie viele wissenschaftliche Einrichtungen betreibt auch die Ruhr-Universität Bochum Tierversuche, insbesondere in der biologisch-medizinischen Forschung. Die Universität steht im Konflikt zwischen wissenschaftlichem Fortschritt, ethischer Verantwortung und öffentlicher Kritik. Die RUB betont ihren transparenten Umgang mit Tierversuchen und veröffentlicht wichtige Daten und Hintergründe zur Forschung. Doch Kritiker hinterfragen sowohl die Praxis als auch den vermeintlich transparenten Umgang damit.

Die RUB hat sich 2021 der Initiative ‚Transparente Tierversuche‘ angeschlossen. Diese wurde ins Leben gerufen, um für mehr Offenheit zu sorgen – auch durch persönliche Geschichten. Der Biopsychologe Prof. Dr. Onur Güntürkün, der als Kind an Kinderlähmung erkrankte, erklärt in einem RUB-News-Magazin: „Tierversuche haben mein Leben gerettet. Jetzt ist es an mir, durch Forschung Wissen zu schaffen, das anderen Menschen hilft.“ Die Initiative wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Plattform „Tierversuche verstehen“ ins Leben gerufen und zielt darauf ab, den verantwortungsvollen Einsatz von Versuchstieren unter Tierschutzbestimmungen zu fördern.

„Leere Hülse statt echter Transparenz“

Trotz dieser Bemühungen stößt die Praxis weiterhin auf Widerstand, insbesondere weil das Thema durch die Initiative nun sichtbarer ist. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche e. V. kritisiert die Praxis der Tierversuche grundsätzlich, auch an der RUB. Aus Sicht des Vereins seien solche Versuche weder ethisch vertretbar noch wissenschaftlich zuverlässig. Zudem richtet sich die Kritik gezielt gegen die erwähnte Transparenz-Initiative. Diese sei, so der Verein in einem Artikel vom August 2024, „kaum mehr als eine leere Hülse“ (Quelle). Statt Aufklärung werde ein verzerrtes Bild erzeugt, das das tatsächliche Ausmaß des Tierleids verschleiert. Der Verein bezeichnete die an der RUB durchgeführten Tierversuche als ‚zweckfreie Grundlagenforschung‘, die aus ihrer Sicht keinen echten medizinischen Nutzen erbringt.

Besonders problematisch sei laut dem Verein die Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Dokumentationspflichten der Initiative, die auf EU-Ebene festgelegt sind. Zahlreiche Tiere, wie beispielsweise die, die bereits beim Transport oder in der Zucht sterben, tauchen nicht in Statistiken auf, Projektzusammenfassungen werden nur stark verkürzt veröffentlicht, sodass eine Bewertung durch Dritte praktisch unmöglich wird. Zudem ist die Veröffentlichung von Versuchsergebnissen nicht verpflichtend. Studien, die keinen „Erfolg“ (Quelle) bringen oder nicht publiziert werden, verschwinden in Schubladen und mit ihnen wichtige Informationen über mögliche Misserfolge. Dies erschwert nicht nur die Nachvollziehbarkeit, sondern erhöht das Risiko redundanter, doppelt durchgeführter Experimente, so der Verein.

Zwischen Verantwortung und Kontroverse

Auf ihrer Website betont die RUB, dass sie Tierversuche nur unter strengsten ethischen und gesetzlichen Auflagen durchführt. Diese seien nach wie vor unverzichtbar, um Krankheiten wie Alzheimer, Krebs, Diabetes oder seltene genetische Erkrankungen besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln. Um die Einhaltung dieser Auflagen zu gewährleisten, wurde zudem die Stelle eines Tierschutzbeauftragten eingerichtet. Wie es in der offiziellen Stellungnahme heißt, „werden Tiere nur dann eingesetzt, wenn dieses Wissen anders nicht gewonnen werden kann und der erwartbare Erkenntnisgewinn das Belastungsmaß rechtfertigt.“ Besonders in der Hirnforschung gebe es bislang keine gleichwertigen Alternativen, weshalb sich die RUB bemühe, in aktuellen Forschungen solche zu finden. Doch auch hier äußert der Verein starke Kritik. Die Versuche an Tieren sowie deren Ergebnisse und vermeintliche Erfolge seien unverhältnismäßig.

Ein offener Diskurs bleibt notwendig

Der Streit um Tierversuche zeigt: Wissenschaftliche Notwendigkeit, ethische Verantwortung und gesellschaftliche Akzeptanz sind nicht leicht in Einklang zu bringen. Während die RUB auf Offenheit und gesetzeskonforme Praxis setzt, fordern Kritiker*innen eine grundlegend neue Bewertung tierexperimenteller Forschung, nicht nur im Hinblick auf deren Nutzen, sondern auch auf deren moralische Vertretbarkeit.

„Für die Entwicklung neuer Medikamente und ein besseres Verständnis menschlicher Erkrankungen sind tierexperimentelle Untersuchungen vor allem an Kleinnagern auch heute noch vielfach unverzichtbar“, betont auch Prof. Dr. Ralf Gold, der Dekan der Medizinischen Fakultät der RUB, von welcher ebenfalls Tierversuche durchgeführt werden. „Dabei muss aber gewährleistet werden, dass die Belastung der Tiere so gering wie möglich gehalten und vermieden wird, Experimente durchzuführen, die in der digitalisierten wissenschaftlichen Welt schon andernorts durchgeführt und publiziert wurden.“

Die Debatte um Tierversuche bleibt daher weiterhin ungelöst. Wie viel Tierleid darf wissenschaftlicher Fortschritt kosten und wo verläuft die ethische Grenze?

Alle erwähnten Artikel und weitere Information:

https://de.wikipedia.org/wiki/Onur_G%C3%BCnt%C3%BCrk%C3%BCn

(https://www.initiative-transparente-tierversuche.de/)

https://forschung.ruhr-uni-bochum.de/de/die-acht-wichtigsten-fragen-zu-tierversuchen-der-ruhr-universitaet

https://forschung.ruhr-uni-bochum.de/de/der-ruhr-universitaet-eingesetzte-versuchstiere

https://forschung.ruhr-uni-bochum.de/de/tierexperimentelle-forschung

https://forschung.ruhr-uni-bochum.de/de/tierexperimentelle-forschung

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/wissen/argumente/stellungnahmen/was-hat-es-auf-sich-mit-der-transparenz#jumpheading-7

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/infomaterial/bochum.pdf

https://www.ruhr-uni-bochum.de/tierschutzbeauftragter

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Der Studienkreis Film sorgt für Unterhaltung neben Vorlesungen und Prüfungsstress

Feature von Dilek Nur Ugur | Titelbild: geralt@pixabay

Normalerweise ist das HZO 20 an der Ruhr-Universität Bochum ein Hörsaal für Vorlesungen und Klausuren. Doch jeden Dienstag und Donnerstag verwandelt er sich in ein Kino für Filmfans und Studierende. Der studentische Verein „Studienkreis Film“ schafft gemütliches Kino-Feeling und lädt zum Filmeschauen und Unterhalten ein.

Wenn sich die meisten Studierenden auf den Heimweg machen und die Universität am späten Donnerstagabend langsam leer wird, fängt der Abend für die Mitglieder des Vereins und andere Filmfans erst richtig an. Der Studienkreis Film (SKF) ist einer der ältesten studentischen Filmklubs Deutschlands und bringt seit 1966 Woche für Woche ein ausgewähltes Programm auf die Kinoleinwand. Seit der ersten Vorstellung 1967 hat sich der Filmklub zu einem kommunalen Kino mit Kultstatus in der nordrhein-westfälischen Hochschullandschaft entwickelt.

Kino von Studis für Studis

Seit seinen Anfängen hat der Klub den Wunsch, Kino und Film zugänglicher für Studenten, aber auch für alle anderen, zu machen. In einem früheren Zeitungsartikel wird das Uni-Kino ambivalent beschrieben: „Mal sind wir dem zu links mit unserem Programm, manchmal sind wir dem zu rechts, was sehr lustig ist“, bemerkt Sahand Aghazadeh. Er ist Jurastudent an der Ruhr-Universität Bochum und als Dienstältester und inzwischen Co-Geschäftsführer im Verein tätig. Gemeinsam mit seiner Co-Geschäftsführerin, Nadja Kordes, BWL- und Medienwissenschaftstudentin, stemmen sie mit dem Team über 30 Filme pro Semester: von aktuellen Mainstream-Blockbustern und Klassikern bis hin zu Indie-Produktionen und Experimentalfilmen und auch Kurzfilme ehemaliger Mitglieder werden auf der Leinwand des HZO 20 gezeigt. „Wir versuchen, viele Arten von Filmen und Filmländern mit unserem Programm abzudecken und wollen so viel Vielfalt wie möglich zeigen“, erklärt sie.

Kinoprogramm Sommersemester 2025 | Foto: Dilek Nur Ugur

Großes Kino, kleiner Preis
Unterschiede zum klassischen Kino gibt es eher wenige: Während große Kinos ihr Programm Woche für Woche entwickeln, treffen sich beim Studienkreis Film alle Mitglieder, um abzustimmen, welche Filme das kommende Semester gezeigt werden. Dafür wird Wochen zuvor nach Filmvorschlägen gefragt. „Jede*r darf bis zu zehn Filme vorschlagen“, erzählt Sahand. „Die einzige Regel ist, dass kein Film, den wir in den letzten fünf Jahren schon mal gezeigt haben, wieder vorgeschlagen werden darf.“ Dieses Semester wird die Abstimmung sogar beim Grillen erfolgen – „mehr ein Get-Together als Sitzung.“

Auch technisch ist der SKF auf dem neuesten Stand. Ausgestattet mit einem 4K-Projektor (höchster Aufnahmestandard für Kinofilme), bietet der Verein das Kinoerlebnis in höchster Qualität. Lediglich die Sitze lassen noch Raum für Verbesserung: Mit einem vor Ort bereitgestellten Sitzkissen können die HZO 20-Sitze jedoch um einiges gemütlicher gemacht werden.

„Wir erlauben auch Trinken und Essen von außerhalb. Also ich finde das immer wieder geil, wenn Leute mit einem Döner vorbeikommen und einer Pizza, dann denk ich mir immer so: ‚Oh, ihr habt das richtig gemacht. Ihr habt euch richtig vorbereitet.‘“

Als kommunales Kino darf das SKF erst drei Monate nach dem offiziellen Start neuere Filme abspielen, im Gegenzug bleibt eine große Freiheit im Programm: „Wir sind komplett frei in dem, was wir zeigen wollen, egal ob alt oder neu,“ berichtet Nadja.

Dank des günstigen Eintrittspreises von 2,50 € trauen sich viele Studierende und Filminteressierte auch, weniger bekannte Filme anzusehen und neue Filme für sich zu entdecken.

Snack- und Getränkebar | Foto: Dilek Nur Ugur

Zwischen Gemeinschaft und Existenzsicherung

Doch der SKF ist mehr als nur ein Filmklub. „Ich finde es schön, dass es ein ‚weniger ernster‘ Ort ist, Filme wertzuschätzen,“ sagt Nadja. Neben Interesse am Film spielt auch der soziale Aspekt eine bedeutende Rolle: „Man lernt Leute kennen, die dann mit uns über den Film reden, da freut man sich.“

Für einige Mitglieder ist es auch ein Einstieg in die Kinowelt: „Es ist schon ein sehr cooles Gefühl, dass man diesen Projektorraum hat. Man geht da rein, schaltet diesen Projektor an und weiß: So arbeiten gerade auch wirkliche Kinos und bekommen ihre Filme mit dieser Festplatte, aber auf so einem Amateurlevel,“ beschreibt Sahand begeistert.

Doch trotz der finanziellen Unterstützung des AStAs (Allgemeine Studierendenausschuss) gibt es gleichzeitig Herausforderungen. Aufgrund von Mitgliederschwund sind neue Formate erstmal nicht in Planung. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Wenn es nicht genügend motivierte Leute gibt, fehlen uns die Kapazitäten, coole Sachen wie Workshops oder Gastinterviews anzubieten,“ erklärt Nadja.

Demnächst im SKF!

Trotz der Herausforderungen blickt der Studienkreis Film mit kreativen Ideen nach vorn. Durch Neuerscheinungen wie Nosferatu ist das Wesen des Vampirs wieder angesagt. Für das kommende Semester ist ein „Vampirmonat“ im Oktober geplant: Inklusive einer heiß erwarteten Vorstellung von New Moon – Biss zur Mittagstunde. „Letztes Semester haben wir den ersten Teil gezeigt. Das lief mega und war eine super Stimmung!“, erinnert sich Nadja.

Und 2026 steht ein besonderes Jubiläum an: 60 Jahre SKF. Das Jubiläum soll gefeiert werden, dies ist aber noch in der Planungsphase.

Auf die Frage, welcher Film den SKF am besten zusammenfasse, antworten beide Mitglieder lachend: „Der SKF ist ein Filmfestival, denn es gibt keinen einzelnen Film, der uns beschreiben kann. Jeder einzelne Film wird gefeiert.“

Interessiert, Mitglied zu werden oder ein Praktikum zu absolvieren?
Dann könnt ihr dienstags und donnerstags ab 17 Uhr im Raum NB 03/57 vorbeischauen.

https://www.skf-kino.de

Instagram: @studienkreisfilm

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