Täglich nutzen Studierende und Mitarbeitende der RUB das Fahrrad, um zur Uni zu kommen. Für viele ist dies längst zur Routine geworden: umweltfreundlich, schnell, gesund und kostengünstig. Doch ebenso löst der Gedanke bei vielen Unbehagen aus, denn enge Straßen, dichter Verkehr und unübersichtliche Kreuzungen lassen diese Routine zu einer Herausforderung werden.
Fahrradfahren: kostengünstig, umweltfreundlich und flexibel
Für viele von euch beginnt der Tag mit dem gewohnten Weg zur Universität. Ob aus den umliegenden Stadtteilen oder direkt aus der Innenstadt, das Fahrrad ermöglicht eine schnelle und unabhängige Anreise. Vor allem zu den Stoßzeiten, wenn Busse oder die U35 überfüllt sind, stellt das Fahrrad eine attraktive Alternative dar. Darüber hinaus ist es die klimafreundlichste Art der Fortbewegung und fördert dabei noch die Gesundheit.
Vision einer grünen Campus-Mobilität
Die Ruhr-Universität Bochum hat sich im Bezug auf Klimafreundlichkeit ambitionierte Ziele gesetzt. Unter dem Leitbild „Sustainable RUB 2030“ soll die Mobilität auf dem Campus bis zum Ende des Jahrzehnts sicherer, widerstandsfähiger und klimagerechter werden. Das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie ist klar definiert: Die Attraktivität alternativer Fortbewegungsmittel gegenüber dem Auto muss massiv gesteigert werden.
Wenn Sicherheit auf der Strecke bleibt
Ein Fahrradunfall mit einem Auto | Foto: GlauchauCity @ Pixabay
Trotz der Bemühungen der Universität bleibt die Anreise eine Herausforderung. Besonders die Universitätsstraße ist ein Problem für die Sicherheit der Radfahrenden, denn der Radweg entlang dieser Straße ist oft nur durch schmale Markierungen von der Fahrbahn abgegrenzt, auf der Autos teilweise mit 70 km/h fahren dürfen. Dies sorgt nicht nur für ein Gefühl der Unsicherheit, sondern bringt reale Gefahren mit sich. Besonders brenzlich wird es dann, an den zahlreichen Auf- und Abfahrten der Universitätsstraße, die den Radweg zum Teil kreuzen. Hier kommt es häufig zu gefährlichen Situationen, wenn Autofahrer beim Abbiegen die Vorfahrt der Radfahrenden missachten oder diese im toten Winkel übersehen. Die Ruhr-Universität arbeitet zwar im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie daran, die Fahrradwege sicherer zu gestalten, doch der bisherige Zustand bleibt für viele ein tägliches Wagnis.
Vorteile für Studierende
Dennoch bringt das Radfahren auch positive Aspekte mit sich, ein besonderes Highlight ist dabei die Kooperation mit dem Leihradsystem Metropolradruhr. Dies ermöglicht es an verschiedenen Standorten, sowohl auf dem Unigelände als auch im gesamten Bochumer Stadtgebiet, Räder für einen bestimmten Zeitraum kostenlos zu nutzen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Studierende und Beschäftigte bei verschiedenen lokalen Fahrradläden zum vergünstigten Preis einkaufen können oder Serviceleistungen der AStA (Allgemeine Studierendenausschuss) in Anspruch nehmen können.
Hilfe für die eigene Sicherheit
Die Fahrradwerkstatt der RUB nahe der UB | Foto: Celina Ney
Angesichts der häufigen Gefahrensituationen wird es immer wichtiger, ein funktionstüchtiges Fahrrad zu besitzen, um sicher am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Dazu bietet die fahrradfreundliche Kultur der RUB die AStA-Fahrradselbsthilfewerkstatt, welche sich zentral auf dem Campus in der Nähe der Universitätsbibliothek befindet. Hier können Studierende ihr Fahrrad unter Anleitung von erfahrenden Mechaniker*innen kostenlos reparieren. Ihnen werden dabei notwendige Spezialwerkzeuge, die im privaten Haushalt meistens nicht zu finden sind, zur Verfügung gestellt. Neben dem Reparieren des Rads geht es hier ferner darum zu lernen, wie man sein Fahrrad instand halten kann, um Sicherheit auf der Straße gewährleisten zu können. Für kleinere Probleme außerhalb der Werkstattöffnungszeiten stehen auf dem Campus Fahrrad-Reparaturstationen zur Verfügung, welche ebenfalls mit den wichtigsten Werkzeugen ausgestattet sind. Zuletzt bietet die Universität verschließbare Fahrradboxen, welche es ermöglichen, Diebstahl und Witterungsschäden vorzubeugen, während man den Alltag auf dem Campus erlebt.
Angebote der RUB rund ums Fahrrad, sowie weitere Informationen und Öffnungszeiten der Fahrradselbsthilfewerkstatt findet ihr hier:
Bei klassischem Theater denken viele erstmal an Anzug tragende ältere Herrschaften, ein Gläschen Wein in der Hand beim Fachsimpeln über die letzte große Inszenierung. Doch am Schauspielhaus Bochum versucht man diese Stereotype aufzubrechen und mehr junge Menschen in den altehrwürdigen Theatersaal zu locken. Für Studierende der Ruhr-Universität Bochum geht das für viele Vorstellungen sogar gratis.
An lauen Sommerabenden ist Bochum-Ehrenfeld ein belebtes junges Viertel, wie es wohl in jeder studentischen Großstadt zu finden ist. Inmitten von Bars und Kneipen thront jedoch eines der markantesten Gebäude Bochums, direkt an der Königsallee. Das Schauspielhaus. Mit seiner über hundert Jahre alten Geschichte gilt es als eine der renommiertesten und bekanntesten Theaterspielstätten Deutschlands. Doch all der Ruhm hilft dem Schauspielhaus wenig im Kampf gegen sinkende Auslastung und rückläufige Ticketverkäufe.
Neue Leute ins Theater locken
Ein Versuch, gerade für jüngere Menschen wieder attraktiver zu werden, ist die Theaterflatrate für Studierende diverser Hochschulen, unter anderem der RUB. Das Konzept ist einfach. Für die meisten Vorstellungen des aktuellen Spielplans gibt es ein Kontingent an Karten, welche vom Schauspielhaus gratis zur Verfügung gestellt werden.
Man sucht sich ganz normal einen Sitzplatz und gibt bei der Ticketkategorie die RUB-Flatrate an. Die Eintrittskarte landet jetzt ganz umsonst im Warenkorb. Falls mal keine Karten mehr in der gewünschten Sitzkategorie verfügbar sein sollten, lohnt es sich, andere Plätze oder alternative Vorführungstermine zu durchstöbern. Die Chancen sind gut, dass man am Ende in die Vorstellung kommt, welche man besuchen möchte.
Warum sich ein Besuch lohnt
Das wohl meist diskutierte Stück der jüngeren Schauspielhausgeschichte dürfte mit weitem Abstand „Catarina, oder Von der Schönheit Faschisten zu töten“ gewesen sein. Die Premiere der Erstinszenierung in deutscher Sprache endete damit, dass Personen aus dem Publikum die Bühne stürmten, ein Schauspieler körperlich angegangen und Obst auf die Bühne geworfen wurde.
Programm des Schauspielhauses Bochum | Foto: Felix Jung
Für mich stand also fest, das muss ich mir auch anschauen. Gesagt, getan. Tickets über die Theaterflatrate besorgt, pünktlich vor Beginn des Stückes meinen Platz gefunden und dann hieß es nur noch zurücklehnen und genießen. Wobei ich allerdings bei diesem eindringlichen Stück dauerhaft gebannt auf der Stuhlkante saß.
„Catarina, oder Von der Schönheit Faschisten zu töten“ wurde seinem Ruf auf jeden Fall gerecht. Die Inszenierung behandelt die Frage von Recht und Gerechtigkeit, Zweifel und Widerspruch. Zudem ist das Stück politisch hoch aktuell. Es wurde bei der Aufführung, die ich besuchte, zwar nicht die Bühne gestürmt, rumoren und Zwischenrufe aus dem Publikum blieben aber nicht aus.
Mir wurde noch einmal eindrücklich vor Augen geführt, dass es eben doch etwas anderes ist, Schauspiel auf der Bühne anstatt über einen kleinen Bildschirm flimmern zu sehen. Falls jetzt noch Fragen offen sein sollten, gibt es alle fehlenden Informationen auch noch einmal auf der Website des Schauspielhauses Bochum.
Queere Orte sind für alle Menschen wichtig, die entweder selbst queer sind oder sich mit Queerness und Feminismus auseinandersetzen wollen. Eine Übersicht über Orte in Bochum, die sich auf diese Themen konzentrieren, gibt es seit Frühjahr 2025 durch die „Queer*Feministische Stadtkarte Bochum“. Für mich als selbst queere Person war es ein cooles Erlebnis, die Oval Office Bar als einen der dort abgebildeten Orte zu erleben.
Finden der Oval Office Bar
Titelbild der „Queer*feministischen Stadtkarte Bochum“ | Foto: Lena Hüdepohl
Auf die Oval Office Bar bin ich über die „Queer*Feministische Stadtkarte Bochum“ gestoßen. Die Karte wurde im Frühjahr 2025 vom Autonomen Queer*Feministischen Referat der RUB (AQFR) veröffentlicht und zeigt eine geordnete Auflistung und Abbildung der queeren und/oder feministischen Orte und Initiativen in Bochum. Als queere Person an der RUB folge ich dem AQFR von Anfang meines Studiums an. Demnach war ich auch sehr interessiert an der Karte, die sowohl als gedruckte Exemplare, die an immer mehr Orten in Bochum ausliegen, als auch als digitaler Download existiert. Was das AQFR ist, das hinter der Erstellung der Karte steckt, kann zum einen auf der Internetseite des AQFR oder auf ihrem Instagram-Kanal (@queerfeministischesreferatrub) nachgelesen werden. Auch wofür die Karte steht, nämlich insbesondere für die Unterstützung queerer und feministischer Strukturen, kann auf Instagram und auf der Internetseite der Stadtkarte vertiefend nachgelesen werden.
Die Karte beweist, wie wichtig Safer Spaces und Anlaufstellen für queere Personen und Frauen sind. Auch mir als selbst queere Person sind solche Orte wichtig. Umso begeisterter war ich, als ich den Post über die Karte gesehen habe, denn sie erspart die eigenständige Suche nach diesen queer*feministischen Safer Spaces und bietet die Möglichkeit, einfach einen der abgebildeten und beschriebenen Orte zu besuchen.
„Solidarisch. Queer. Politisch.“
Instagram, @ovalofficebar
Weil ich mit Beginn des Studiums ohnehin Bochum als Stadt kennenlernen und mal in ein Café oder in eine Bar gehen wollte, ist mir die Oval Office Bar auf der Karte direkt ins Auge gefallen. Die kurze Beschreibung klang sehr verlockend, sodass ich mich auf die Suche nach dem Instagramkanal (@ovalofficebar) und der Internetseite der Oval Office Bar gemacht habe. Als Mitglied des Vereins „KosmoPolis e. V.“ steht sie für konkret queere Nachtkultur. Neben politischen und solidarischen Veranstaltungen, wie Lesungen oder Diskussionsrunden, finden vor allem entspannte Tresenabende statt, an denen queere Personen zusammenkommen können. Um die Bar erst einmal kennenzulernen, haben sich eine Unifreundin und ich einen dieser entspannten Tresenabende rausgesucht, um das erste Mal die Oval Office Bar zu besuchen.
Das Schauspielhaus Bochum im Dunkeln | Foto: Lena Hüdepohl
Ankommen in der Oval Office Bar
Aufgrund der Lage der Oval Office Bar unter dem Schauspielhaus Bochum, konnten wir mit dem Bus direkt bis zur Bushaltestelle am Schauspielhaus fahren, ohne noch weit laufen zu müssen. Es war schon dunkel, dementsprechend ragte das Theater mit seiner leuchtenden Schrift und der Fensterfront in den nächtlichen Himmel. So einladend das Theater so auch aussah, führte unser Weg am Schauspielhaus vorbei und an der linken Seite durch die Eingangstür der Oval Office Bar.
„Ich habe mich direkt wohlgefühlt.“
Mathi, Unifreundin
Angenehme Atmosphäre in der Oval Office Bar | Foto: Lena Hüdepohl
Meine Unifreundin Mathi spricht in einem rückblickenden Gespräch über den Abend aus, was ich beim Betreten der Bar selbst direkt gedacht und gefühlt habe. Schon vor der Eingangstür standen ein paar Personen, die uns freundlich begrüßten, als sie erkannten, dass wir die Bar ansteuerten. Die Atmosphäre im Inneren fühlte sich dann an wie eine freundliche Umarmung. Wir wurden von rot-pinkem Licht und Musik in angenehmer Lautstärke empfangen. Einige Menschen saßen schon an den Tischen auf der linken oder standen an der Theke auf der rechten Seite. Diejenigen, die mitbekamen, dass wir reingekommen waren, lächelten uns freundlich entgegen. Um erst einmal anzukommen und die Atmosphäre auf uns wirken lassen zu können, setzten wir uns an einen der vorderen Tische zu zwei bereits dort verweilenden Personen dazu. Obwohl das Empfinden des Wohlfühlens präsent war, spürte ich doch eine leichte, positive Aufregung in meinem Inneren, weil ich in dem Moment realisierte, dass ich als selbst queere Person einen Ort gefunden hatte, an dem ich mich von Beginn an wohl und vor allem sicher fühlen konnte.
Getränke auf Spendenbasis
Weil Mathilda und ich beide Lust hatten, etwas Leckeres zu trinken, haben wir uns dann auf den Weg zum Tresen begeben. Dort empfingen uns die Mitarbeitenden mit einem freundlichen Lächeln und warteten geduldig, bis wir uns für ein Getränk entschieden hatten. An einer Tafel hinter der Theke konnten wir ablesen, was angeboten wurde und was der Orientierungspreis war. Uns wurde erklärt, dass die Bar auf Spendenbasis läuft und wir deshalb das bezahlen sollen, was wir wollen und können. Auf der Theke steht dafür eine kleine Schale, in die der gewählte Betrag hineingelegt werden kann. Durch dieses Spendenkonzept wird auch denjenigen, die sich nicht immer einen Drink für sieben Euro leisten können, ermöglicht, ein Getränk genießen zu können. „Das Konzept ist sehr unterstützenswert, aber der Orientierungspreis hilft schon, den passenden Betrag zu finden, den man bezahlen möchte“, meinte Mathilda im rückblickenden Gespräch zu mir. Ich fand es auch hilfreich, einen Preis auf der Tafel stehen zu sehen, damit ich entscheiden konnte, wie viel ich als angebracht empfinde, zu bezahlen. Nichtsdestotrotz war ich begeistert davon, dass es dieses Spendenkonzept gibt.
Wir entschieden uns beide für einen Aperol und gingen zurück zu unserem Tisch. Die Musik war inzwischen etwas lauter geworden und die ersten Personen standen auf der Tanzfläche und tanzten zu Chappell Roans „Pink Pony Club“ – natürlich ein sehr passender Song für eine queere Bar. Auf meinem Gesicht breitete sich unwillkürlich ein Lächeln aus, weil ich die entspannte und fröhliche Atmosphäre sehr genossen habe. Auch der leckere Aperol gesellte sich in das schöne Bild, das sich mir von der Oval Office Bar machte.
Karten spielen mit fremden Menschen
Skip-Bo spielen in der Oval Office Bar | Foto: Lena Hüdepohl
Mathilda und ich hatten am Abend mehr Lust, ein Kartenspiel zu spielen als zu tanzen, sodass wir die erste Runde Skip-Bo aufbauten. Dabei habe ich aber trotzdem ein wenig bei der laufenden Musik mitgesungen. Vor allem „Dancing Queen“ von ABBA und „Diamonds“ von Rihanna sind bei mir gut angekommen. Das rot-pinke Licht, das den ganzen Abend die Bar erhellte, reflektierte in der Diskokugel und ich konnte auch den anderen Besuchenden ansehen, dass sie sich in diesem Safer Space der Oval Office Bar wohl und sicher fühlten.
Die erste Runde Skip-Bo spielten Mathilda und ich alleine, bevor wir von den neben uns sitzenden Personen gefragt wurden, ob sie mitspielen könnten. Und so haben wir dann die nächsten Runden mit zwei Menschen gespielt, die wir am Abend erst kennengelernt haben. Ich hatte das Gefühl, dass der Safer Space, den die Oval Office Bar bietet, auch den Mut steigerte, andere Menschen anzusprechen, auch von mir selbst. Die Sorge und die reale Gefahr, angegriffen zu werden, gab es in diesem Raum nicht. Das schien es zu erleichtern, Personen anzusprechen und Kontakte zu knüpfen. Auch wenn es vielleicht nur für diesen einen Abend war. Es hat großen Spaß gemacht, mit diesen zwei Menschen zu spielen. Und auch dieses gemeinsame Spielen prägte den ersten Eindruck mit, den ich von der Oval Office Bar gewann.
Ein warmes Gefühl bleibt
Nichts anderes als liebe Menschen, gute Musik und eine warme, freundliche Atmosphäre habe ich an diesem Abend in der Oval Office Bar erlebt. Ich habe mich als queere Person nicht mehr fehl am Platz, sondern sicher und willkommen gefühlt. Wie bei einer queeren Party, auf der ich zuvor schon einmal war, habe ich ganz ich selbst sein und merken können, wie mein Selbstbewusstsein mit jeder Minute, die ich in der Bar verbracht habe, gestiegen ist. So haben wir die Bar an dem Abend mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen, mit dem Plan, diese definitiv häufiger zu besuchen.
Du möchtest auch vorbeischauen?
Falls du als lesende Person jetzt auch Lust bekommen hast, die Oval Office Bar zu besuchen, schau gerne bei der Oval Office Bar im Internet oder auf Instagram (@ovalofficebar) vorbei. Da findest du das aktuelle Programm, in dem bestimmt auch ein Termin für dich dabei ist. Viel Spaß!
Zitat aus dem Titel: Instagram, @queerfeministischesreferatrub, Post über die „Queer*Feministische Stadtkarte Bochum“, vom 26. März 2025
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